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Auswasserung des Schiffs Heimat wegen Restauration

In zwei Monaten ist die «Heimat» wieder in ihrer Heimat

Das 1933 erbaute SGG-Schiff Heimat ist vergangene Woche ausgewassert worden. Während rund zwei Monaten wird das Kursschiff des Greifensees einer umfangreichen Restauration unterzogen. Mitte März soll es in neuem Glanz erstrahlen.

Am Montagmorgen bei winterlicher Kälte haben sich einige Schaulustige sowie der Maurmer Gemeindepräsident Roland Humm das Ereignis nicht entgehen lassen, bei der Auswasserung des SGG-Schiffs Heimat live dabei zu sein.

Eifrig und doch ohne Hektik arbeiten die Männer der Transportfirma Toggenburger Hand in Hand. Das zehn Tonnen schwere Schiff wird mit einem Kran aus dem Greifensee gehievt. Der Transporter mit einem grossen Tieflader-Anhänger steht für die Aufnahme des Schiffs bereit.

Nach Wetzikon zur Überholung

Pünktlich, wie es SGG-Präsident Allen Fuchs angekündigt hat, wird die «Heimat» langsam und sicher auf dem Tieflader aufgesetzt. Danach bringen die Arbeiter die Holzkeile seitlich an, die mit üblichen Holzpaletten noch zusätzlich verstärkt werden. «Der Transport zur Restauration führt nach Wetzikon und wird etwa 30 Minuten dauern», so Allen Fuchs. Weil die Fracht 13 Meter lang und 3,5 Meter breit ist, wird der Transport mit einem Vorfahrzeug mit Gelblicht aufbrechen. Das Auswassern geht zügig voran, so­­dass gegen 10.30 Uhr der Schwertransport Richtung Wetzikon losfährt. Nach der umfangreichen Restauration soll die «Heimat» für die nächsten 30 Jahre wieder ohne grössere Probleme einsatzfähig sein.

50000 Passagiere pro Jahr

Die «Heimat» ist in erster Linie als Kursschiff auf der Strecke Maur–­Uster–Maur im Einsatz und transportiert rund 50000 Personen pro Jahr. Das Dieselmotorschiff der ersten Generation wurde 1933 in Uerikon am Zürichsee für die SGG gebaut. Und wie dies bei Oldtimern oft der Fall ist, wird auch beim SGG-Schiff auf die Originalität geachtet. Ziel der Restauration ist nicht nur die langfristige Fahrtauglichkeit zu wahren, sondern auch den ­historischen Wert des Schiffs zu erhalten.

Neuer Motorblock

Die Restaurierungsarbeiten sind genauestens geplant, und der Terminplan ist klar festgelegt. Die Arbeiten umfassen das gesamte Schiff. Hierfür wird das offene Verdeck abgenommen und erneuert. Neuerungen aufgrund der heutigen technischen Anforderungen werden ergänzend ausgeführt. So wird die «Heimat» einen Radar, ein Notruder wie auch eine moderne Ankerbedienung erhalten. Beim MAN-Schiffsmotor hat man festgestellt, dass der Block nach 30-jährigem täglichem Einsatz ausserdem einen kleinen Riss aufweist. Ein baugleicher, früher beschaffter Motor sowie die Wellenanlage und das Getriebe müssen ersetzt werden.

Finanzierung auch dank Lotteriefonds

Die gesamten Kosten belaufen sich auf rund eine halbe Million Franken. Die Finanzierung wurde im vergangenen Jahr dank vielen Spenden, Beiträgen und einem grossen Betrag aus dem Lotteriefonds sichergestellt. Gemäss Zeitplan soll die «Heimat» am 14. März in ihre Heimat zurückfinden, dann wird sie in Maur eingewassert. Ab dem 26. März wird das Kursschiff seine Tätigkeit wieder aufnehmen und zwischen Maur und Uster hin und her pendeln.

Text: Sandro Pianzola

Bildlegende:
Leinen los fürdie Restauration: Die «Heimat» verlässt das Gewässer.
Foto: Sandro Pianzola

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