9. Internationaler Holzerwettkampf auf dem Pfannenstiel

Präzis und perfekt – hier sind Profis am Werk

Zum 9. Mal wurde der internationale Holzerwettkampf durchgeführt, der Anlass erstreckt sich jeweils über drei Tage. Gut 100 Wettkämpfer, darunter Mitglieder der Nationalmannschaft, traten auf dem Pfannenstiel an. Auch ein junger Maurmer Forstwart war unter den Teilnehmern.

Pius Walser, Forstwart und Landwirt aus Maur, tritt mit der Nummer 105 zum Wettkampfan. Es ist Freitag­ abend und der Regen legt zu. Kalt, windig, die Wiesen durchgeweicht – noch sind nur wenige Besucher unter­ wegs. Die Wettkämpfer dominieren das Blickfeld in ihren leuchtenden Arbeitskleidern in Gelb, Orange, Rot. Das Wetter sollte später am Wochen­ ende freundlicher werden, wenn rich­ tig viel los sein wird. Die Wettkämpfe finden auf offenem Gelände auf dem Pfannenstiel statt. Doch das garstige Wetter scheint hier niemanden gross zu kümmern, die Holzer sind es sich gewohnt, jeder Witterung zu trotzen. Gegen das ohrenbetäubende Geheul der unzähligen Kettensägen schützen sie sich mit Ohrenschonern.

«Ich trete aus Freude an»

Bevor Walser die Sicherheitszone ver­ lässt und die Startzone betritt, prüft ein Experteseine Kettensäge. Er macht es routiniert und erklärt, wie er den Kettenstopp, Kettenfangbolzen und die Gashebelsperre kontrolliert. «Alles muss den Vorschriften entsprechen.» Forstwart Walser erklärt, er habe sich spontan für die Teilnahme entschieden. «Gut werde ich wahrscheinlich nicht sein. Ich trete aus Freude an, um zu testen, wo ich in den verschiedenen Disziplinen stehe.» Gut 100 Namen stehen auf der Teilnehmerliste.

Fünf Disziplinen

Einer, der national und auch im Aus- land auftritt, macht sich nun bereit. Er reibt seine Hände mit Kreideein, pure Konzentration. Der über den Lautsprecher Angekündigte weckt Interesse und einige lassen sich das Schauspiel nicht entgehen. Auf ein Zeichen hin hechtet er zum Tisch, wo seine Säge liegt und wechseltbei dieser rasend schnell die Kette. Es ist die erste Disziplin des Parcours. Das Glanzresultat von 14 Sekunden erschallt über den Platz. Dem Wechseln der Kette folgen weitere Stationen: ein kombinierter Schnitt an zwei schräg liegenden Stämmen, ein Präzisionsschnitt an einem auf der Erde liegenden Stamm, das Entfernen von Ästen sowie das Anbringen einer Fallkerbe, mit der einem stehenden Baum die präzise Fallrichtung gegeben werden muss. Der Durchgang durch den Parcours mit fünf Disziplinen braucht ungefähr 50 Minuten.

Dies seien nicht «erfundene» Aufgaben für den Wettkampf, er- klärt der 31-jährige Walser, sondern einfach normale Arbeiten aus dem Berufsalltag des Forstpersonals. Es gehe um Genauigkeit, Zeit und wenig Holzverluste.

Vor jeder Aufgabe gibt es Instruktionenund Walser ist bereit, um Baumstämme in Rugel zu schnei- den. Er zieht das Visier herunter, rückt die Kopf hörer zurecht und lässt seine Säge auf heulen. Schnell, sauber, perfekt, präzis schneidet er die Stämme durch.

Feuerwehr nimmt ebenfalls teil

Die Organisationdes Grossanlasses verlangt jeweils allen viel ab. Förster Kunz ist seit Anbeginnder Howeka involviertin die Vorbereitungen und zuständig für die Organisation.Der Anlass gebe Einblick, erklärt Kunz, in die Arbeit des Försters und zeige auf, dass die Holzerei strikten Sicherheitsvorschriften unterstellt sei und ein hohes Können erfordere.

50 Holzer sind am Freitag angetreten und weitere 50 werden am Samstagden Parcoursdurchlaufen. Auchdie Feuerwehr Maur wird tags darauf ihr Können unter Beweis stel- len und einen kniff ligen Parcours durchlaufen. Zwei Gruppenzüge der Feuerwehr messen sich mit anderen Mannschaften.

Text: Elsbeth Stucky

 

Verein Holzerwettkampf Pfannenstiel

Der Verein Holzerwettkampf (Howeka) Pfannenstiel wurde 1998 gegründet. Alle drei Jahre führt der Verein einen internati- onalen Holzerwettkampfdurch – heuer zum neunten Mal. Der An- lass ermöglicht der Öffentlichkeit Einblick in die Arbeit der Profis; gesellige Abende mit Musik ge- hören dazu. Für die Teilnehmer geht es ums Mitmachen und nicht zuletzt um Kameradschaft.

Folgende Disziplinen sind Programm: Berufswettkampf – Profis aus dem Wald; Eurojack – der härteste Holzsport Europas; Pferde-Holzrücken, Mensch und Tier arbeiten zusammen; lokale Feuerwehrvereine messen sich; Forwarderwettkampf, der Umgang mit grossen Maschinen und krea- tives Arbeiten mit der Kettensäge. www.howeka.ch


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