Rubrik: News

Schweizer Mühlentag in Maur

Auf einer nostalgischen Zeitreise in die Vergangenheit

Am Mühlentag in Maur waren natürlich das grosse Mühlrad und die riesige Säge die Hauptattraktion. Aber auch das Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen.

Schon von weit her hörte man letzten Samstag die Geräusche der riesigen, vom historischen Mühlrad betriebe- nen Säge, wie sie sich zentimeterweise durch das frische Holz frass. Köbi Frei war mit seinen drei Helfern f leissigbei der Arbeitund die Sägewar für den Mühlentag aus ihrem Schlaf geweckt worden. Gerne gab Köbi Frei allen wissbegierigen Auskunft, derweil wurde gerade ein Brett fertig und auf den Wagen getragen, weiter ging es wieder mit Baumstamm neu einspan- nen, genau messen, und die Säge tat wieder ihr Werk.

Reise zu Herrlibergers Zeiten

Weiter führte der Wegden Besucher in die Burg.In einer äusserst spannenden Kurzführung erzählte Samuel Wyder von den Reisen zu Herrlibergers Zei- ten. Die wunderschönen handkolorier- ten Ausruferbilder liessen den Betrach- ter eine kleine Zeitreise unternehmen; die Bilder zeigten Bauersleute  – die Untertanen der Landvögte – in ihren schönsten Trachten unterwegs mit ihren Waren in die Stadt. Fast ein bisschen wie auf Herrlibergers Jahr- marktsbild wähnte man sich, als man wieder draussen  auf dem Platz vor der Säge stand, dort erfreute das Gauklerpaar Rahel Wüest und Tobias Meier, gekleidet in Gauklerkostümen, die Anwesenden mit ihren Jonglierkünsten.

Plauschörgeler und Jodelclub

Mit einer feinen Wurst vom Grill, einem Gläschen Wein und einem selber gebackenen Kuchen liess es sich wunderbar auf dem Platz vor der Säge bei einem Schwatz verweilen. Für die Unterhaltung war auch bei hochsommerlichen Temperaturen bestens gesorgt. So wechselten sich die Plauschörgeler vom Sunneufer mit dem Jodelclub Schwyzerhüsli Dübendorf ab, alle waren in prachtvolle Trachten gekleidet.

Spezielle Postkarten und ein Webstuhl

Bei den sommerlichen Temperaturen Kühle suchend, begaben sich viele Besucher ins Ortsmuseum der Mühle mit der Ausstellung «Kitsch in der Mühle». Damit gemeint sind alte Postkarten um 1900. Die liebevoll gestalteten Karten konnten nach Anlass sortiert betrachtet werden. So fanden sich einstige Geburtstagswünsche mit allerliebsten Kätzchen, Osterkarten mit herzigen Häschen und vieles mehr. Und weiter führte der Weg die Treppen hoch zuoberst in die Winde der Mühle; bei drückender Hitze waren dort Clair Nussbaum und Rösli Lauffer von der Webstube Wil eifrig bei der Arbeit am kürzlich neu bespannten Webstuhl. Ein farbenprächtiges Tuch entstand unter ihren kundigen Händen. Die wahrlich drückende Hitze liess den Besucher dann aber schnell wieder den Weg nach unten suchen.

Text & Bild: Stephanie Kamm

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