Bruchlandung von Kleinflugzeug in Maur

CEO der JU-Air stürzt ab, an Bord Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer

Bei einer Flugshow für ein Fest in Maur legte ein Klein- flugzeug eine spektakuläre Bruchlandung hin. Pilot war Kurt Waldmeier, CEO der JU-Air. Als Passagierin sass Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer an Bord. Beide blieben unverletzt, am Flugzeug ent- stand jedoch hoher Schaden.

Ein hübsches Maurmer Privatfest hätte es werden sollen. Man feierte den Sponsorenabend der «Freun- de des 1. August» am Vor- abend des Nationalfeiertags. Unterhalb des Restaurants Stallstube in Uessikon hat- ten die Veranstalter eine klei- ne Festwirtschaft aufgestellt. Geplant war auch eine Flugshow; die zwei Oldti- merflugzeuge Typus «Fiese- ler Storch» sollten unterhalb des Festgeländes landen. Laut Gemeindeschreiber Markus Gossweiler, der bei dem Fest ebenfalls anwesend war, hatte Landwirt Daniel Bachofen zu diesem Zweck eine 250 Meter lange Gras- piste präpariert und gekenn- zeichnet. Bewilligungen des BAZL für die  Aussenlandung lagen ebenfalls vor.

Unsanfte Bauchlandung

Das erwähnte Kleinflug- zeug ist eigentlich extra für kurze Starts und Landungen konzipiert und bei der Probe am Vormittag hatte offenbar alles noch gut geklappt. Aber am Abend, als um 18.30 Uhr die Flugzeuge vor den Augen der interessierten Zuschauer hätten glanzvoll landen sol- len, sackte das eine, mit der Kennung A-99, plötzlich ab und touchierte die Bachbö- schung vor dem Pistenan- fang. Das Fahrwerk knickte und die Maschine kam bei einer Bauchlandung nach etwa 10 Metern zum Stehen. Beide Insassen konnten zum Glück unverletzt aus dem Flugzeug steigen. Die zweite Maschine kehrte umgehend nach Dübendorf zurück und landete dort. Die Feuerwehr Maur war vor Ort und rie- gelte den Bereich schnell ab. Ein Video des Unfalls findet sich auf der Website von «Züriost».

Prominente Insassen

Laut Aussage von Markus Gossweiler handelte es sich beim Piloten um Kurt Wald- meier, CEO der JU-Air und des «Flieger Flab Museums» vom Air Force Center in Dü- bendorf. Seine Passagierin war ebenfalls keine Unbe- kannte: Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer, die sich in ihrer Amtszeit bekanntlich in Sa- chen Fluglärmpolitik enga- giert hat.

Wie sie tags darauf in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» verlauten liess, sei sie heute die Präsi- dentin der Stiftung Flieger Flab Museum, welches die Geschichte der Schwei- zer Militärfliegerei und Fliegerabwehr mit über 40 Flugzeugen und Helikoptern dokumentiere. Darunter be- finde sich auch der «Fieseler Storch». In dieser Funktion habe sie deshalb als einzi- ge Passagierin mitfliegen dürfen. Das Flugzeug war frisch restauriert und befand sich offenbar auf dem ersten offiziellen Flug. Fuhrer wie- gelte aber ab, die Sache  sei «nicht so schlimm» gewesen, sie habe Vertrauen in den Pi- loten und würde wieder mit ihm fliegen.

Laut Schätzungen der Kantonspolizei   entstand ein Schaden von mehreren 10 000 Franken. Die ge- naue Unfallursache wird noch abgeklärt, mit einem Ergebnis ist in den nächsten Tagen laut Kantonspolizei- Sprecher Ralph Hirt aber sicherlich nicht zu rechnen, solche Abklärungen würden lange dauern. Landwirt Daniel Bachofen wollte sich gegenüber der «Maurmer Post» nicht zum Vorfall äussern.

Text: Annette Schär

 

Bildlegende:
Das Kleinflugzeug nach der Bruchlandung in Maur.
Foto: Markus Gossweiler

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