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1.-August-Brunch auf dem Bergerhof

 Brunch zieht vermehrt Auswärtige an

Am Nationalfeiertag auf einem Bauernhof zu brunchen, ist bereits zur Tradition geworden. Seit 22 Jahren lädt auch Familie Berger zur Feier auf dem Hof. 700 Personen sind gekommen und liessen sich mit frischem Hausbrot, währschafter Rösti und anderen regionalen Spezialitäten verwöhnen.

«Ohne alle unsere Freiwilligen ginge das nicht», sagt Senior Ruedi Berger gutgelaunt. Er wartet beim Eingang zum Hof und zeigt Jung und Alt den Weg zur Eintrittskontrolle. Ausverkauft sind alle Plätze – wie gewohnt. «Und so streng der Tag jeweils ist, wir haben es lustig untereinander.» Interessant sei, dass sich heuer mehr Auswärtige als Hiesige angemeldet haben. Augenfällig dann im Innenhof: Swissness wird gelebt – kleine Mädchen in Trachten, Buben in Bauernhemden und Jungfamilien. Das Gefühl, in ländlicher Umgebung inmitten eines Bauernhofs, in Scheunen und Remisen zu frühstücken, hat offenbar seinen Reiz.

Aufforderung zum Engagement

Auf Einladung der Gemeinde und der Familie Berger wurde der Brunch im 22. Jahr durchgeführt. Die Schweiz muss innovativ bleiben und dazu brauche es engagierte Menschen. So appellierte Gemeindepräsident Roland Humm in seiner Ansprache an alle, besonders aber an die Jugend: «Werden Sie zu einem aktiven Teil der Demokratie dieses Landes! Engagiert euch.» Es sei ja bekannt, dass viele Gemeinden zusehends Mühe haben, Leute zu finden für Behörden, Kommissionen und Vereine. Leider sei der Ton in der Politik und in gewissen Medien rauer geworden. Denn statt den Einsatz für die Allgemeinheit zu loben, suche man lieber «nach einem Haar in der Suppe». Und Humm schloss mit den Worten: «Ich freue mich auf jeden von euch, der sich künftig in Maur engagieren will.»

Die Worte des Gemeindepräsidenten erreichten trotz Lautsprechern auf dem Areal nicht alle Gäste. Lauschten die einen, so gingen an anderen Tischen die Gespräche unbeirrt weiter. Kinder ratterten in Mini-Traktoren um die Wette. Nach der Rede folgte das Singen der Nationalhymne. Gut war, dass das Lied auf den Tischen in gedruckter Form vorlag. Und die Brass-Band Maur sorgte dafür, dass die Stimmung noch etwas mehr in Schwung kam.

Logistische Meisterleistung

Das Buffet war zu jeder Zeit im Zustand der Belagerung. Ununterbrochen brachten fleissige Hände Nachschub zu den üppigen Buffets, nie sah es zerlesen aus. Brot aus der eigenen Hofbäckerei, Käse, Früchte und Müesli. Der verführerische Duft von Gebratenem zog die Gäste auch zu den Ständen, wo Köche bei Höchsttemperaturen Rösti, Eier und Speck zubereiteten. Staunen lassen die Mengen, die sie verbraten haben: gut 70 Kilogramm Kartoffeln und 700 Eier für 700 Gäste.

Diese Tradition, dass man in den Gemeinden am 1. August auf dem lokalen Bauernhof brunchen kann, gibt es seit nunmehr 25 Jahren. Doch vielen Betrieben sei der Aufwand zu hoch, war zu lesen im «Schweizer Bauer». Gleichzeitig steigt der Beliebtheitsgrad: wo im Zentrum heimisches Essen am Buffet steht und gleichzeitig ein Einblick möglich ist in den Alltag von Bauernfamilien.

Text: Elsbeth Stucky

Bildlegende:
Ein Trachtenmädchen sorgt für Nachschubam belagerten Buffet.                                  
Bild:Elsbeth Stucky
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