Rubrik: News

Macht und Pracht im «Château de Mour»

Europäische Denkmaltage in der Burg Maur
Von Stephanie Kamm

Anlässlich der Europäischen Denkmaltage widmeten sich drei Führungen in der Burg Maur spezifisch dem Thema Macht.

 

Das regnerische Wochenende vom 8. und 9. September war geradezu ideal für die Denkmaltage in der Burg Maur. So lockten die jeweils drei Vorträge und Führungen sehr viele Interessierte an. Die Besucher sassen im Burgkeller, dem «Oldtimer» der Burg aus dem 12. Jahrhundert. Bruno Weber erläuterte gekonnt die geschichtliche Bedeutung unserer Burg als Machtzentrum und unserer Kirche. So berichtete er zum Beispiel, dass bei Renovationsarbeiten im Jahr 1969 unter der Kirche römische Mauern zum Vorschein gekommen seien, vermutlich die eines Gutshofs, und dazu noch viele Gräber. Oder davon, dass wir es David Herrliberger zu verdanken haben, dass die schönen Glasfenster der Kirche damals nicht zerstört, sondern nur verkauft worden seien.

 

Machtverhältnisse früherer Zeiten

Weiter ging es mit der zweiten Führung, in der Samuel Wyder den Anwesenden sein Wissen vermittelte. Gekonnt und fesselnd erzählte er von den Machtverhältnissen früherer Zeiten, von gnädigen Herren und ihren Untertanen, dass es Kleidervorschriften gab und die Landvogteien gekauft wurden. Wyder nahm die Interessierten auch mit auf einen Rundgang und zeigte die wunderschönen Kupferstiche der Anwesen. Bei den schönen handkolorierten Ausrufer-Bilder verweilten die Besucher gerne.

Bei der letzten Führung entführte Susanna Walder den Besucher in das Leben von David Herrliberger. Mit viel Leidenschaft und Fachwissen erzählte sie aus seinem Leben als Gerichtsherr und vor allem als Verleger. Die Besucher durften mit Handschuhen das einmalige Buch «Die Zeremonien aller Völker» mit seinen wunderschönen Bildern bewundern und durchblättern. Von diesem Buch gibt es nur 350 Exemplare. Ebenso faszinierte das Buch der Topographie; so war Herrliberger ein Pionier mit seinem Werk über den Tourismus. Auch das Abbild von Maur ist mit vier Bildern drin und jeder soll sich damals gewundert haben – was ist denn dieses «Château de Mour», dem so viel Platz gewidmet ist?

Es war ein äusserst interessanter Nachmittag und alles war auchfür den Laien gut verständlich erklärt. Es fühlte sich an wie eine kleineZeitreise in die Vergangenheit.

 

Bildunterschrift:

Die Besucher waren fasziniert von Herrlibergers Buch «Die Zeremonien der Welten».                                 Bild: Stephanie Kamm

 

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