Dieser Mann zieht alle Register

Der Maurmer Organist Alex Stukalenko gibt am 24. September ein Solokonzert

Von Christoph Lehmann

Manchmal möchte jeder Kirchenorganist aus der ab und zu sicherlich als eng empfundenen Liturgie des Gottesdienstes ausbrechen und sich auf der Orgel so richtig «austoben». Mit einem selbst gestalteten Programm, das in viele Epochen und zu vielen Komponisten führt, erfüllt sich Alex Stukalenko diesen Wunsch. Die «Maurmer Post» hat mit ihm gesprochen.

 

«Nein, ich habe eigentlich keinen grossen Wunsch, auf einer bestimmten Orgel dieser Welt zu spielen. Mit der Orgel in der Maurmer Kirche finde ich durchaus genügend Erfüllung», meint Stukalenko auf die Frage, wo er einmal gerne spielen möchte. Klar, die grösste Orgel der Welt, in einem Einkaufszentrum in Atlanta, würde ihn rein technisch schon einmal reizen, die müsse sicher unglaubliche «Power» haben, lächelt er.

 

Musik im Vordergrund

Die Orgel in der Kirche Maur passt nach den Worten des Organisten gut zum Kirchenraum. Sie erfülle mit ihrer beschränkten Anzahl von 19 Registern eigentlich recht gut die Ansprüche, die an sie gestellt werden. Das ganz grosse französische Repertoire der Romantik kann man damit natürlich nur sehr bedingt spielen. Stukalenko bedauert dies aber nicht, sagt er, genauso wie er sehr gut damit leben könne, wenn ein Gottesdienst auch einmal nicht so gut besucht sei. Es mache für ihn keinen Unterschied, für wenig oder für viel Publikum spielen zu dürfen – die Musik stehe für ihn im Vordergrund. Unbescheiden weist er auf das Genie Sviatoslav Richter hin, der auf Geheiss des Sowjet-Regimes sogar manchmal auch bloss vor einer Handvoll Leuten spielen musste, dies aber immer mit grosser Ernsthaftigkeit tat.

Der 34-jährige Stukalenko ist mittlerweile seit sechs Jahren in Maur tätig. Es gefalle ihm sehr gut bei uns. Ursprünglich kommt Stukalenko aus der Ukraine. Das Land verliess er mit 20 Jahren, für sein Studium kam er dann in die Schweiz. Neben seiner Tätigkeit als Kirchenorganist ist er noch Klavierlehrer an einer Schule und hin und wieder – wenn ihn die Lust und die Muse packen – gibt er auch gerne Konzerte.

 

Gottesdienst als Herausforderung

Als Ukrainer ist er orthodox. Mit der reformierten Kirchenliturgie habe er aber keine Probleme. Beim «Vater Unser» stehe er auch jedes Mal auf. «Der Glaube bleibt, unabhängig vom Ritual», so der Organist.

Er gibt aber zu verstehen, dass die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes eine gewisse Herausforderung sei, da der Text der jeweiligen Predigt diese beeinflusse. Grundsätzlich sei er frei in der Auswahl der Stücke, meistens wähle er diese jedoch mit der zuständigen Pfarrperson aus und versuche «textgerechte» Musik zu spielen. Manchmal bereite er seine musikalische Darbietung auch Wochen vor dem Gottesdienst vor.

 

Orgel und Klavier

Für sein Konzert vom 24. September in der Maurmer Kirche ist Stukalenko für einmal freier in der Gestaltung und so wird er zum Beispiel auch Debussy spielen. Neben der Orgel wird der Musiker auch auf einem Klavier spielen, weil dies nach seinen Worten einen schönen Klangkontrast ergebe. Auf der einen Seite das Klavier und auf der anderen Seite also die Orgel, die ja eigentlich eine Vielzahl an Instrumenten ist, welche der Organist – wie ein Dirigent sein Orchester – von zwei Manualen aus bedient.

Sind auf seinem Konzertprogramm seine Lieblingskomponisten? Stukalenko verneint. Er habe keinen Lieblingskomponisten – bei einigen seien es fast alle Kompositionen, die ihm gefallen, bei anderen seien es halt einfach weniger.

 

Musikalisches Kaleidoskop

Konzert in der reformierten Kirche Maur, 24. September 2017, 17.00 Uhr.

 

 Bildunterschrift: Passt die Gottesdienstmusik jeweils der Predigt an: Organist Alex Stukalenko.    Bild: Christoph Lehmann
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