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«Ich bin eine Entertainerin»

Fabienne Wernly aus Ebmatingen ist Moderatorin bei Radio Energy

Von Elsbeth Stucky

 

Seit vier Jahren ist Fabienne Wernly die Weckstimme auf Radio Energy. Die Moderatorin steht mitten in der Nacht auf, um das Publikum mit ihrer Sendung «Mein Morgen» zu unterhalten. Schon als Kind mochte sie es, die Entertainerin zu spielen.

 

«Sagen Sie Fabienne zur mir, das ist mir lieber.» Die stülpt sich die Kopfhörer über, bewegt flink Tasten rauf und runter am Schaltpult, den Blick auf die vier Bildschirme gerichtet. Die Morgenschicht ist bald vorbei. Sie ­posiert nun für die Fotoaufnahme. Ihr Reich ist das verglaste Radiostudio mit direktem Blick ins Café «The ­Studio» des Medienhauses Ringier im Zürcher Seefeld. Fabienne ­Wernly ist seit 3.30 Uhr auf den Beinen.
Und das mit ungebrochener Fröhlichkeit.

Von Montag bis Freitag geht Wernly stets um fünf Uhr auf Sendung und unterhält und informiert als Morgenstimme bei der Sendung «Mein Morgen» von Energy Zürich eine Stunde lang die Frühaufsteher und Schicht­arbeiter. «Ab sechs Uhr sind wir dann zu zweit», erklärt die Moderatorin. «Unsere Zuhörerinnen und Zuhörer gehören auch ins Team», sagt sie wie selbstverständlich, «mit vielen von ihnen sind wir im ständigen Dialog. Das via Handy, SMS oder Whatsapp.» Sage ihr jemand etwas Nettes, sei sie die ganze Woche einfach glücklich. Doch auf sieben gute Reaktionen käme im Schnitt halt auch eine kritische. «Und genau die bleibt dann zurück», meint sie. Doch das schrecke sie nicht ab: «Ich mag Menschen, mich interessieren die Schicksale.»

 

Traumjob trotz frühem Aufstehen

Bei einem Eistee im hauseigenen Café erzählt die 27-Jährige von ihrem Traumjob. Der einzige Nachteil sei halt das frühe Aufstehen. «Doch jetzt, wo ich einen Freund habe, der im Seefeld wohnt, bin ich in zwei Minuten mit dem Velo im Studio.» Und fügt keck hinzu: «Aber wegen des Wohnorts habe ich ihn natürlich nicht gewählt.» Einem Werbespot ähnlich, preist sie die besondere Stimmung frühmorgens an. «Ich sehe Füchse, Hirsche und es ist so still ... Leute, die das nie erleben, verpassen etwas.»

Wernly wohnt selbst in Ebmatingen, wo sie auch aufgewachsen und zur Schule gegangen ist. «Hier bin ich daheim, hier sind meine Familie und meine beste Freundin», sagt sie. Und interessant sei, dass auch alte Schulfreunde nach Abwesenheit wieder zurückkehrten. Wenn sie sage «ich lebe in Ebmatingen», komme von Aussenstehenden aber oft die Frage: «Wo ist denn das?»

Ununterbrochen fünf Stunden lang ist Wernly am Mikrofon. Nach der Schicht sei sie jeweils ziemlich fertig. Und habe das Bedürfnis, für sich zu sein. Auch wenn viele glauben, moderieren sei einfach ein bisschen daherplaudern, nein, pure Konzentration sei es. Am besten erhole sie sich im Wald bei einem Spaziergang mit ihrem Hund. Und abends gehe sie zeitig ins Bett.

 

Ihre frische Art kommt an

2013 begann Fabienne Wernly ein Praktikum beim Sender. Als ihr danach eine Festanstellung angeboten wurde, brach sie ihr Studium in Journalismus und Kommunikation an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ab. Sie bereue das nicht. «Ich bin eine Entertainerin», sagt sie. Schon als Kind habe sie ihren Papa mit Shows unterhalten. Reden und auf das Gegenüber eingehen, das fällt ihr offensichtlich leicht. Nebenbei organisiert die junge Frau auch Grossanlässe und sie sei vermehrt am Fernsehen zu sehen; das in Eigenproduktionen von Energy Zürich.

Mit ihrer ungekünstelten Art erreicht Wernly die Menschen, und das seit nun vier Jahren. Von ihrer Mutter höre sie über ihren Auftritt: «Genau so bist du, so warst du immer.» Der Blick auf die Uhr elektrisiert die entspannt wirkende junge Frau: «Jetzt musst du mich aber entschuldigen, ich muss unbedingt die Sendung vom Montagmorgen produzieren und habe noch soooo viel zu tun.»

 

Bildunterschrift:

Frühmorgens schon im Studio und auf Sendung: Fabienne Wernly aus Ebmatingen.        Bild: Elsbeth Stucky

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