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Grosse Leistung, kleines Publikum

Konzert der Lehrpersonen der Musikschule Maur

Von Dörte Welti

Am vergangenen Samstag gaben die Lehrpersonen der Musikschule Maur ihr jährliches Konzert. 14 Ausnahmekünstler/innen für rund 100 Gäste.

 

Nach langer Absenz fand das jährliche Konzert wieder im Loorensaal statt, man hat aus praktischen Gründen von der Kirche Maur, wo bis anhin gespielt wurde, hierher gewechselt. Es würden auch mindestens viermal so viele Zuschauer hineinpassen.

Der Lehrkörper der Musikschule Maur widmet sich vornehmlich der klassischen Musik. Jedes Jahr nach den Sommerferien setzen sich die Musiklehrer zusammen und besprechen das Programm. Dann wird wochenlang streng geprobt bis zum Konzert. In diesem Jahr sind nach längerer Abwesenheit wieder Gitarre und Trompete vertreten. Dazu gibt es Klavier, Flöte, Klarinette, Oboe, Gesang und ein Violoncello.

Alle suchen sich ein Repertoire aus, mit dem sie ihr Können zeigen möchten, konzertiert, denn im Grunde müssen die Musiklehrer jeden Tag Höchstleistungen auf musikalischer Ebene bringen, nämlich dann, wenn sie an den Schulen unterrichten. Und das ist nicht wirklich selbstverständlich. Deswegen begrüsst es René Vogelbacher, Leiter der Musikschule Maur, dass demnächst eine Volksinitiative weitergezogen werden kann. Inhalt: Per Musikschulgesetz soll allen Kindern und jungen Erwachsenen Zugang zum Musikunterricht zugesichert werden (www.musikschulgesetz.ch).

 

Hörgenuss der Extraklasse

In Maur sind rund 40 Prozent der eingeschulten Kinder auch in der Musikschule. Leider schlägt sich das am Konzertabend nicht nieder. Lediglich ein Dutzend Kinder sitzen im Saal, dazu ein paar Eltern, Senioren und Angehörige der Lehrer. Und die ehemalige Präsidentin der Musikschule, Eva Labhart. Sie hat 1982 das erste Konzert dieser Art initiiert und, wie sie sagt, die meisten der Lehrpersonen, die heute auf der Bühne stehen, noch eingestellt.

Das haben alle anderen Schüler und Eltern verpasst: ein perfekt dargebotenes Quartett aus Oboe, Klarinette, Flöte und Klavier mit einer Hommage des norwegischen Komponisten Trygve Madsen an Francis Poulenc. Eine carmeneske Arie zweier Opernbühnenstimmen, begleitet am Klavier. George Gershwin und Gene De Paul, frei interpretiert und teils grossartig improvisiert am Klavier. Flöte und Gitarre mit atemberaubend schnellen rumänischen Volkstänzen. Packende Italianità-Dramatik aus einer Rossini-Oper und einer weiteren von Cilea, jeweils mit Gesang und Klavier. Berührende Trompeten-Fantaisie mit Klavierbegleitung. Tangoklänge mit Violoncello und Klavier. Herrliche Katzengesänge, komponiert von Rossini und begleitet am Klavier. Und als fulminanter Abschluss fünf teils sehr bekannte Stücke, vierhändig präsentiert am Klavier.

Man muss kein Kenner und kein Konzertgänger sein, um herauszuhören, dass Maur aussergewöhnlich gute Musiklehrkräfte hat. Dringende Empfehlung: sich so eine Darbietung, die mit ganz viel Leidenschaft und Elan einstudiert wird, nicht entgehen lassen. Schon gar nicht, wenn man Kinder hat, die zu diesen Lehrerinnen und Lehrern in die Musikschule gehen. Auf Wiederhören im Jahr 2018!

 

 

Bildunterschrift

Musikschullehrer «in Concert» (v.l.n.r.): Christina Santarelli und Bettina Witschi (Gesang), Lotti Dangel und Hiromi Tester (Klavier), Graciela Garcia (Violoncello), Stefan Uster und Amri Alhambra (Klavier), Bettina Hofstetter (Flöte), Philipp Urner (Oboe), Matthias Kümin (Trompete), Maurice Gaggioni (Klavier) und René Vogelbacher (Klarinette).                         Bild: Dörte Welti

 

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