Vielstimmig

Konzert des Männerchors am Greifensee

Von Christoph Lehmann

Wenn der Männerchor zu einem Konzert ruft, dann kommen sie alle in die Kirche: Freunde, Verwandte, Ehemalige und Nachbarn. Die gegenseitige Wertschätzung von Sängern und Publikum war nicht zu übersehen.

 

«Kalinka», der russische Gassenhauer, war der ideale Opener für den Chor und verzauberte die bescheidene Maurmer Kirche zeitweilig in eine grosse östliche Basilika. Eine Russin im Publikum versicherte mir, dass die Aussprache so gut war, dass sie jedes Wort verstanden habe. Die Männer haben sich also gut vorbereitet und die Worte von Godi Bärtschi an die Zuhörer, sie hätten alles gegeben, waren auch in dieser Hinsicht keine Worthülse.

Der Männerchor am Greifensee ist sich für nichts zu schade und begeistert sich und seine Fans immer wieder mit einer grossen Lust, musikalische Ex­treme auszuprobieren und auf die Bühne zu bringen. So waren neben zwei Schubert-Liedern auch Freddy Quinn mit «Unter fremden Sternen» und «Die Gitarre und das Meer» angesagt. Von der russischen Seele in den Weltschmerz norddeutscher Seeromantik mit Gitarrenbegleitung von Norbert George, ebenfalls Mitglied des Chors.

Die Russin aus dem Publikum entpuppte sich als Pia­nistin, welche die Männerstimme mit drei Klavierwerken auflockerte. Eines davon vom Armenier Arno Babajanian namens «Capriccio» mit ungewöhnlichen Harmonien und atemberaubenden Tempi, welche Elena Baumgartner-Balabolka vorzüglich meisterte.

Dem langjährigen Betreuer und Dirigenten Dario Viri ist es sicher auch zu verdanken, dass das italienische Fach nicht zu kurz kam, und beim Volkslied «La Montanara» hörte man einige in der Kirche mitsummen. Nicht Mitsummen, aber heftiges Mitklatschen war dann bei der Zugabe eines mitreissenden «By the Rivers of Babylon» angesagt.

Das Konzert hat mitseinen verschiedenen Farben ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer gezaubertund es ist zu hoffen, dass Bärtschis Worte, man suche im Chor noch Nachwuchs,nicht ungehört in die Nacht verhallten. Dem vorzüglichen Chor fehlt ganz sichernoch ein bisschen Unterstützung mit ein paar Tenören, um auch die hohen Partienim Repertoire zu erklimmen.

 

Bildunterschrift:

Sänger Norbert George am Instrument bei Freddy Quinns «Die Gitarre und das Meer».

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