«Es war einmal...»

Gut besuchte Lesenächte an der Schule Maur

Von Annette Schär und Stephanie Kamm

Auch dieses Jahr haben die Elternräte der verschiedenen Schuleinheiten sogenannte Lesenächte organisiert: Kindergarten- und Schulkinder dürfen dabei jeweils abends ins Schulhaus kommen und erleben einen Abend rund ums Thema «Buch» mit vielen Geschichten und feiner Verpflegung. Zwei «Maurmer Post»-Redaktorinnen wagten sich unter die Vorlesenden – anbei ihre Erlebnisberichte.

 

Lesenacht im Schulhaus Aesch am Freitag, 26. Januar

So eine «Lesung» eines Bilderbuchs ist zwar keine grosse Sache, will aber dennoch gut vorbereitet sein. Im Vorfeld der Lesnacht taten sich mir folglich einige Fragen auf, auch solche ganz praktischer Natur: Wie sollte ich es z.B anstellen, mein Bilderbuch in Richtung Kinderpublikum zu zeigen und gleichzeitig selbst den Text abzulesen? Alles auswendig lernen, wie meine Kollegin Stephanie Kamm dies jeweils tut? Kam für mich nicht in Frage. So schrieb ich mir den gesamten Buchtext auf einen Spickzettel und investierte ein wenig Zeit in eine passende Inszenierung: In der Spielzeugkiste meiner Kinder suchte ich nach einem Zebra. Mein Buch handelte nämlich von einem Zebrajungen (warum ausgerechnet ein Zebra? Fragen Sie mich nicht...!), der zum ersten Mal ins Ferienlager fährt und von seinen Eltern gegen das Heimweh eine Dose mit «Kusszältli» erhält – zusammengefaltete Zettelchen mit imaginären aber sicherlich heimwehlindernden Küssen seiner Eltern drauf.

Für die weitere Requisite trug ich also reichlich Lippenstift auf und küsste vorbereitend rund 50 Notizzettelchen, faltete sie und stopfte sie in eine Blechdose, quasi als Anschauungsmaterial für die Kinder. Und ja, Sie können es sich denken, ich kam mir dabei ziemlich bescheuert vor...

Als die erste Gruppe Kinder im Alter Kindergarten bis 1. Klasse dann mit grossen Augen vor mir auf der Matte sass und ich sowohl Zebra wie auch Kusszälti-Schachtel vielsagend ausgepackt hatte, kam mir zum Glück ein Geistesblitz und ich fragte vor Lesebeginn sicherheitshalber nach: «Wisst ihr was ein Ferienlager ist?» Einige ratlose Gesichter. «Wer kann mir erklären, was Heimweh ist?» Fragezeichen.

So vermittelte ich zuerst noch ein paar «Grundbegriffe» zum Buch, bevor es an die eigentliche Lesung ging. Das Buch las sich recht schnell, die Pointen sassen, ich freute mich über die Lacher und mit ein paar Kunstpausen und Fragen in die Runde schindete ich noch etwas Zeit, bis die nächste Gruppe bereits vor der Tür stand.              

   Text: Annette Schär

 

Lesenacht im Schulhaus Gassacher, Binz, am Donnerstag, 25. Januar

Meine 10. Lesenacht im Schulhaus Gassacher. Jedes Mal ist es für mich ein Highlight. In diesem Jahr war alles aber ein wenig anders, ich erzählte mein Märchen nicht wie üblich diversen Kindergruppen, sondern zum ersten Mal vor versammeltem Schulhaus. Rund 130 Kinder, Lehrerinnen und Helfer blickten alle erwartungsvoll zu mir auf, dies machte mich vor meinem Auftritt schon nervös. Aber als ich mit «Es war einmal…» begann, war die Nervosität gewichen und ich war fasziniert von den strahlenden Kinderaugen, alle sassen mucksmäuschenstill da und hörten meiner Geschichte vom «Rumpelstilzchen» zu. Als ich so auf der zauberhaften Bühne sass und erzählte, da fühlte ich mich ein kleines bisschen als Märchenkönigin. Seit meiner ersten Lesenacht bin ich den Märchen treu geblieben, ich liebe es, Geschichten der Gebrüder Grimm zu erzählen, und habe mittlerweile ein kleines Repertoire. Ich lerne die Geschichte immer auswendig und verstelle bei den Charakteren liebend gerne meine Stimme, das finden die Kinder lustig. Meine Motivation sind sicher die Liebe zu den Märchen und die grosse Freude der Kinder, das macht mich glücklich. Nach meiner Geschichte durften die Kinder im Schulhaus überall Bücher anschauen und sich vorlesen lassen, dies habe ich in einer gemütlichen Ecke auch getan und sehr genossen, es war eine wunderschöne Lesenacht.

Text: Stephanie Kamm

 

Bildunterschrift:

Die Lesenacht steht jeweils ganz im Zeichen der Kinderbücher.                             Bild: zVg

zurück - Druckversion