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Maur hat gewählt

Durchmarsch der Bürgerlichen Allianz und ein Neuanfang für die Schule

Entgegen dem kantonalen Trend hin zu Links-Grün hat am vergangenen Wahlwochenende die Bürgerliche Allianz die anderen politischen Kräfte (SP, BDP) ganz klar geschlagen. Das grosse Thema am Wahlsonntag war die Schule: Zu reden gaben die deutliche Abwahl von Cornelia Bräker und die grosse Zustimmung für Stephan Oehen (FDP), der sich mit 1573 Stimmen als Neuer auch gleich an die Spitze der Schulpflege setzen konnte.

Bei der Wahlfeier der Bürgerlichen Allianz am letzten Sonntag musste man sich gedulden. Eigentlich hatten alle die Resultate auf ca. 16 Uhr erwartet. Wegen eines technischen Problems im Gemeindehaus verzögerte sich die Bekanntgabe der Ergebnisse einiger Behörden aber bis 17 Uhr. So wartete man leicht verdrossen. Und als die Endresultate dann eingetroffen waren, verkündete der noch amtierende SVP-Präsident Stephan Rupper vor Publikum die Zahlen. Erleichterung, Gelächter, grosser Applaus im Saal.

Bürgerliche haben Ziele erreicht
Eines ist beim Anblick der Ergebnisse schnell klar: Die Bürgerliche Allianz hat praktisch alle ihre Ziele erreicht. Der Maurmer Wahljahrgang 2018 wird allerdings als nicht sehr ereignisreich in die Geschichtsbücher eingehen; dafür fehlten die Themen und die Kampfkandidaten.
Für den Gemeinderat stellte sich bloss ein Kandidat mehr zur Wahl, als Sitze zur Verfügung standen. So schafften es die Neuen, Yves Keller von der FDP und Catherine Gerwig von der SVP, problemlos in diese Behörde. Die bisherige Gemeinderätin Delia Lüthi von der FDP erzielte mit 1893 Stimmen wie vor vier Jahren wiederum das beste Resultat aller Kandidierenden. Felix Senn von der SP mit 1617 Stimmen erzielte die wenigsten Stimmen, wurde aber von 359 Personen immerhin als Präsident gewählt, ohne dafür kandidiert zu haben.
Der einzige wilde Kandidat, Gino Pitocchi, der im Wahlkampf kaum sichtbar war, erhielt 911 Stimmen und lag damit unter dem absoluten Mehr von 972 Stimmen. Auch bei der RPK und der Sozialbehörde erfüllte die Allianz alle ihre Vorgaben, die SP hatte nicht den Hauch einer Chance, ihre Kandidatinnen durchzubringen.
Ein Fazit, das man daraus ziehen kann: Maur tickt in der Tat sehr bürgerlich.

Schule im Fokus
Wenn der Wahlkampf bei den meisten Behörden eher flau war, so ganz sicher nicht bei der Schulbehörde. Ausgehend von den Äusserungen der beiden Schulkritikerinnen Filizia Gasnakis und Silvia Hagen im letzten Sommer, hatten schon im letzten Jahr mehrere Eltern und andere Bürger ein Unbehagen gegenüber der Leitung der Schule Maur geäussert. Die Debatte löste dabei einen für lokale Verhältnisse kleinen Sturm aus, welcher auch in unserer Zeitung die Leserbriefspalten füllte. Die Vorwürfe an die Schulleitung wie mangelnde Kommunikation und Führungsschwäche waren zum Teil happig.
Im Wahlkampf unterliess es die angegriffene Schulpflegepräsidentin Cornelia Bräker jedoch, sich ausreichend Gehör zu verschaffen und sich kämpferisch in die Niederungen des politischen Alltags zu begeben. Ihre Position, gegenüber dem sehr offensiv argumentierenden und kommunikativ auftretenden Herausforderer Stephan Oehen von der FDP, war im Wahlkampf kaum wahrnehmbar. So kam es für sie am letzten Sonntag nicht bloss zu einer Abwahl, sondern recht eigentlich zu einer Abstrafung: Mit bloss 668 Stimmen erzielte sie nur knapp mehr als die Hälfte der 1324 Stimmen von Oehen. Vor vier Jahren hatte sie noch ein Traumresultat erzielt.
Auch sonst gab es Bewegung bei der Schulpflege: Mit Caterina Simonet (FDP) und Thomas Hürlimann (BDP) verloren gleich zwei Bisherige ihr Amt in der Schulbehörde. Für sie ziehen von der parteilosen Dreiergruppe um Filizia Gasnakis neu Rob Labruyère und Johanna Soyer ein. Gasnakis, welche die Schuldebatte initiiert hatte, ist erstaunlicherweise nicht gewählt worden. Die zwei anderen Neuen, Claudia Bodmer (CVP) und Cornelia Caflisch (FDP), haben den Einzug in die Schulbehörde ebenfalls problemlos geschafft. Die Maurmer Behörden, und hier ganz sicher die Schulpflege, gehen mit einem Mix von bisherigen und vielen neuen Gesichtern in die nächste Legislatur.

Text: Christoph Lehmann

Alle Ergebnisse der diesjährigen Wahlen finden sich auf S. 12/13 in den amtlichen Mitteilungen.


Die Wahlergebnisse im Vergleich

  2014 2018
Gemeinderatswahlen    
Stimmberechtigte 6348 6630
Stimmende 2491 2597
Abs. Mehr Mitglieder 936 972
Abs. Mehr Präsidien 1156 1094
Stimmenzahl für Präsidien    
Roland Humm: 1178 1653
Cornelia Bräker: 1453 668
Stephan Oehen: - 1324


SVP-Präsident Stephan Rupper beim Verkünden des Wahlresultats an der Wahlfeier der Bürgerlichen Allianz.
Bild: Christoph Lehmann




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