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«...und ich dachte, Politik sei langweilig!»

Anschauliche Staatskunde: Loorenschüler debattieren im Bundeshaus

Von Stephanie Kamm

Die 3. Sek-Schüler der Looren reisten nach Bern ins Bundeshaus und erlebten hautnah ein Politik-Simulationsspiel.

 

In den letzten drei Wochen beschäftigten sich die Loorenschüler der 3. Sek mit dem Juniorparlament-Projekt «Mein Standpunkt». Dazu gehörte, dass sie zu einer Auswahl aktueller Themen eigene Lösungsvorschläge erarbeiteten, welche sie dem Parlamentsdienst in Bern ablieferten. «Meine Gruppe wählte das Waffenexport-Gesetz», erzählt Linda. «Wir dachten zuerst, ja das ist nicht schwierig, wir verbieten einfach alles! Doch dann realisierten wir, was dieses Verbot alles nach sich ziehen würde...» Recht bald habe ihre Gruppe herausgefunden, dass es gar nicht so einfach war, den Export endgültig zu verbieten. «Unser Vorschlag für Bern war, nur noch Waffen in Staaten zu exportieren, die nicht im Krieg sind.»

Michelle war Sprecherin der Gruppe «Privatsphäre»: «Wir merkten, dass das Thema Überwachung kritisch ist, denn jeder hat ein Handy und überall kann gefilmt werden». Bei Rebeccas Gruppe sah es ähnlich aus: «Wir wählten ‹Mobilität› und verhedderten uns in Probleme.»

 

Führung durchs Bundeshaus

Im Bundeshaus angekommen, durften die beiden Klassen zuerst auf eine Führung. Im Nationalratssaal angekommen ging es dann ums Debattieren, wie Rebecca berichtet: «Wir sassen auf den Stühlen der Nationalräte, die waren sehr gemütlich und alles war sehr holzig und schön – dann sprachen wir durch die riesigen Mikrofone und im grossen Saal hallte es richtig.» Die beiden Klassen stellten nun den Nationalrat dar. Der Sprecher der Schülerkomission präsentierte die Ergebnisse am Rednerpult. Alle Schüler hatten sich auf die drei Themen vorbereitet und stellten kritische Fragen, im Anschluss an die Diskussion wurde per Knopfdruck abgestimmt. Anschliessend trat der Sprecher der Schüler-Kommission vor die Kamera und beleuchtete das Abstimmungsergebnis aus Sicht der Kommission. Der Vorschlag zur «Privatsphäre» mit klaren Gesetzen wurde angenommen, der Vorschlag zur «Mobilität» aber abgelehnt, wie Rebecca erklärt: «Unsere Idee war noch nicht ganz ausgereift.» Silje nickt und meint: «Das war bei allen Gruppen ein bisschen das Problem, die Vorschläge waren noch nicht ganz durchgedacht.»

 

Politik? Doch nicht langweilig!

«Das Ganze haben wir uns viel einfacher vorgestellt und wir hatten keine Ahnung, was es alles braucht, um etwas zu ändern», sagt Linda rückblickend. Rebecca ergänzt: «Ja, und in der Gruppe einen guten Mittelweg zu finden, der für alle stimmte, war schon recht schwierig.» Und Nina meint: «Es war cool, einen Einblick in die Politik zu haben. Wenn man sich so richtig dafür interessiert, ist es echt spannend, und vielleicht gibt es durch dieses Projekt in unserer Klasse ja einen Politiker?» Und Michelle ergänzt: «Ich dachte, Politik sei langweilig, dies ist aber überhaupt nicht so.»

 

Unterricht mal anders

Die beiden Klassenlehrpersonen Monika Büchi und Jürg Ochsner führten das Projekt «Mein Standpunkt» zum ersten Mal durch. «Eigentlich ist es für Gymi-Schüler und Lehrlinge gedacht, unsere Sek-Schüler sind zwar noch etwas jung, sie haben es aber ganz toll gemacht. Herr Stutz vom Bundeshaus Bern war von beiden Klassen begeistert», sagt Monika Büchi. «Ich finde es eine echte Chance, Politik lebendig zu machen, durch eigenes Engagement vor Ort. So wird Politik erlebbar und bleibt nicht ein abstraktes Schulfach. Selber recherchieren, argumentieren, Sitzungen leiten, ein Protokoll führen und bei verschiedenen Meinungen andere Ideen zu akzeptieren, dies war für einige Schüler eine Herausforderung.»

 

Infos unter: www.juniorparl.ch.

 

 


 

 Bildunterschrift:

Maurmer Schüler debattierten im Bundeshaus über aktuelle politische Fragen.                   Bild: Michael Kamm

 

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