Ein Unternehmer und Freigeist

Stephan Rupper, Rücktritt nach 20 Jahren als Präsident der SVP Maur

Von Christoph Lehmann

20 Jahre in verantwortungsvoller Position in der Lokalpolitik sind eine lange Zeit; das gilt nicht nur heute. Stephan Rupper hat in Maur auf vielfältigste Weise Spuren hinterlassen.

 

Auf lokaler Ebene ist es schon seit einiger Zeit schwierig, Leute mit Engagement für die Gemeindepolitik und den Dienst an der Gesellschaft zu finden. Die SVP Maur hatte in den letzten beiden Dekaden aber das Glück, auf den Einsatz eines langjährigen Präsidenten zählen zu können: Stephan Rupper, der schon seit 34 Jahren auf der Forch wohnt.

Mit ihm waltete während 20 Jahren ein Unternehmer und Freigeist an der Spitze der Ortspartei, der nicht nach der Pfeife der Kantonal- oder Bundespartei tanzen musste und sich eine eigene Meinung leisten konnte.

In der Gemeinde ist er mit seinem Bauunternehmen Polla AG auch regelmässig als grosser Unterstützer und Sponsor unterwegs. Er hat mit seiner Partei Maur geprägt und war vor allem wegen seines Sachverstands in Baufragen überall geschätzt und gesucht.

 

Zeit im Gemeinderat

1990 trat Rupper in die SVP Maur ein, 1994 wurde er in den Vorstand und 1998 zum Präsidenten gewählt. 2002 zog er in den Gemeinderat ein. Für Rupper begann damit eine spannende Zeit, in welcher er seine Kompetenz bei Baufragen voll und ganz einbringen konnte. Er vernetzte sich über seinen Betrieb Polla AG auch intensiv mit dem Gewerbeverein Maur, in dessen Vorstand er ab 2002 waltete und in wo er später auch zum Präsidenten erkoren wurde.

Nach acht Jahren in der Gemeindebehörde kam das für ihn Unerwartete: als Überzähliger schaffte er es knapp nicht mehr in die Gemeindebehörde. Rupper hatte für alle ein offenes Wort, war kein «Polteri» und diskutierte auch gerne bei Speis und Trank in gemütlicher Atmosphäre. Von Skandalen frei und ohne Gegenkampagne kam die Abwahl darum überraschend.

Ein Mann der Tat

Aber auch nach seiner Abwahl hat sich Rupper als Präsident der SVP Maur für die Belange der Gemeinde interessiert. Zusammen mit den anderen Ortsparteien hat er stets den Schulterschluss gesucht und auch gefunden – z.B. bei der grossen Loorenabstimmung, oder beim Projekt der gemeindeeigenen Wohnungen «Gütsch». Beim Schmieden der neuen «Bürgerlichen Allianz», zusammen mit dem damaligen FDP-Präsidenten Hans Gall war er massgeblich beteiligt. «Mir ging es immer um die Sache und ich war stets der Überzeugung, dass man durch aktive Teilnahme und aktiven Einsatz in der Gemeinde etwas bewegen kann», sagt er.

Hört man sich um, kommt zu Rupper viel Zustimmung. «Ein Mann der Tat», eine «Persönlichkeit, die Maur mitgestaltet hat». Er habe manchmal sehr wenig Zeit gehabt, habe mit einem Fuss in einer Sitzung und mit dem anderen in einer Nächsten gestanden, wird da und dort auch eingeworfen – kein Wunder, der Mann ist engagiert und sportlich unterwegs und in vielen Berufs- und Gesellschaftsschichten bekannt für sein Wohlwollen und seine Heiterkeit.

Auf Anfrage der «Maur­mer Post» möchte sich Stephan Rupper bei seiner Partei für das Vertrauen und vor allem bei der Vizepräsidentin Karin Scacchi-Schupp und Helmut Fassnacht für die Unterstützung in den letzten 20 Jahren bedanken. Rupper, wenn auch nicht mehr aktiv als SVP-Präsident, wird das Geschehen und die Entwicklung in der Gemeinde sicherlich weiter mit Interesse verfolgen.

 

Den neuen Präsidenten der SVP, Rafael Wohlgemuth, stellen wir in einer kommenden Ausgabe der MP vor.

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