Auf gute Nachbarschaft

Einweihung des Barbara-Keller-Heims in Binz

Von Annette Schär

 

Am vergangenen Freitagabend fand für geladene Gäste eine Feier statt zur Eröffnung des Barabara-Keller-Heims in Binz. Nach dem Spatenstich im Gütsch vor anderthalb Jahren ist es das erste Gebäude, das nun bezogen wird.

 

Gilt es etwas zu eröffnen, einzuweihen oder zu taufen, dann muss dies mit einer symbolischen, möglichst bildhafte Handlung bekräftigt werden. So war es auch am vergangenen Freitag, als Monika Wicki vom Vorstand der Institution Barbara Keller (IBK) feierlich dazu schritt, mit einer Schere das Band durchzuschneiden.

Der Applaus war ihr sicher. Für die gwundrigen Besucher war danach der Weg frei für einen Rundgang durch die hellen Räumlichkeiten. Ahs und Ohs gab es allenthalben, viel Lob für die ausgewogene Ästhetik und die moderne Architektur. Auf allen Stockwerken wurden durchgehend dieselben Materialien verwendet: Lärchenholz, Eichenparkett, Jurakalk (Bodenplatten), Beton und Glas – eine konsequente Materialverwendung, welche das Haus harmonisch und ruhig erscheinen lässt und es schafft, trotz des institutionellen Charakters des Gebäudes mit Türbeschriftungen, Brandschutzelementen u.ä. dennoch viel Wohnlichkeit zu verströmen.

In den zwei obersten Etagen werden sich drei Wohngruppen für Menschen mit Beeinträchtigungen einfinden. Insgesamt 24 Plätze hat die IBK nun im Angebot. Die Unterbringung mit nicht gerade riesigen Zimmern, dafür grosszügigen Aufenthaltsräumen machte einen gemütlichen Eindruck. Und die Aussicht von der Terrasse hinunter zum Greifensee und bis in die Berge: geradezu phänomenal.

 

Umsetzung UNO-Konvention

In der Konzeption der Unterbringung kommt auch die neuere UNO-Konvention für Menschen mit Behinderungen zum Tragen. So verfügen die Klienten der IBK nun über teils mit Nasszellen versehene, abschliessbare Zimmer, die den Bewohnerinnen und Bewohnern im geschützten Rahmen dennoch Selbstbestimmung und Intimsphäre ermöglichen.

Im Erdgeschoss und in den unteren Stockwerken befinden sich die Teile der IBK, welche nun auch der Bevölkerung offenstehen:

Das Kafi Gütsch, das zum Begegnungsort werden will und dessen Saal man auch für Anlässe (bis 80 Personen) mieten kann inkl. Catering;

Mietbare Sitzungszimmer;

Die Werkstatt mit 38 geschützten Arbeitsplätzen, deren Dienstleistungen (Digitaldruckerei, Ausrüstung und Verpackung) man in Anspruch nehmen kann;

Die Wäscherei, die künftig auch für externe Anfragen offensteht.

Bereicherung für die Gemeinde

«Wir hoffen sehr, dass wir mit der Bevölkerung in Kontakt kommen», sagte die Marketingverantwortliche der IBK Ramona Rusterholz auf Anfrage der «Maurmer Post». «Zum einen durch unsere Dienstleistungen. Zum anderen hoffen wir auch, dass die Bevölkerung offen ist, wenn man unsere Klientinnen und Klienten im Dorf antrifft. Wir hoffen, dass wir viele schöne Erlebnisse schaffen und haben können.»

Nach den ausgesprochen offen und sympathisch geführten Rundgängen folgten feierliche Ansprachen. Gemeindepräsident Roland Humm zeigte sich in seiner Rede voller Freude über den Einzug der IBK: «Wahrhaftig eine absolute Bereicherung für die Gemeinde.» Und auch die baldige Nachbarin WOMA (Wohnbaugenossenschaft Maur) liess es sich nicht nehmen, der IBK einen herzlichen Willkommensgruss zu überbringen.

 


29. September 2018: grosse Einweihungsfeier für alle mit Musik, Street Food und Kinderunterhaltung

 

 Bildunterschrift:


Die Einweihungsfeier stiess auf grossen Anklang.           Bild: zVg

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