Selbstbewusster David im Reigen der Goliaths der Telecom-Branche

GGA Maur: Personelle Veränderungen im Vorstand
Von Christoph Lehmann

Die GGA Maur ist mit über 65 Mitarbeitenden der grösste private Arbeitgeber in unserer Gemeinde. Mit rund 90 Prozent Marktanteil ist die Genossenschaft auch eine Grundversorgerin in Maur; der Verwaltungsrat ist ausserdem mit Personen aus der Region besetzt. Die GGA Maur wird nach ihrer letzten Genossenschaftsversammlung eine Verjüngung des Kaders im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung einleiten. Sie macht sich gemäss Geschäftsleiter Beat Ambühl damit fit für die Zukunft.

 

 

Die Zahlen sind eindrücklich: Laut Geschäftsbericht 2017 erzielte die GGA Maur einen Cashflow von über
4 Mio. Franken, dies gegenüber 3,5 Mio. Franken im Vorjahr. Der Umsatz stieg um satte 9 Prozent, während der gesamte Schweizer Telecom-Umsatz nur minimal um 0,3 Prozent anstieg.

Die Bilanzsumme hat sich bei laufend neuen Investitionen neu auf über 26 Mio. Franken ausgedehnt. Das sind Zahlen eines selbstbewussten David im Reigen der Goliaths der Telecom-­Branche wie Swisscom, Salt, UPC und Co.

Neue Verwaltungsräte

Das Geschäft eines Telecom-Anbieters ist aber nicht ohne Risiko, verändert sich doch der Markt stetig und sind künftige Entwicklungen recht ungewiss. So war an der letzten GV von möglichen Millionen-Wertberichtigungen einer GGA-Beteiligung die Rede (siehe «Nachgefragt» mit CEO Beat Ambühl auf S. 3).

Derlei Herausforderungen bringen es auch mit sich, dass nun die Verwaltungsräte Ueli Büchi (Präsident des VR), Severin Krebs, Dieter Hunkeler und Edi Vetterli neuen und jüngeren Mitgliedern Platz machen. Daneben wird auf den Herbst 2018 hin auch der langjährige Geschäftsführer Beat Ambühl das Pensionsalter erreichen und einem neuen Geschäftsführer weichen.

 

Rechte an Inhalten

Im Jahr 2016 konnte sich die GGA Maur unter der Federführung der UPC und im Verbund mit anderen wichtigen schweizerischen Kabelnetzbetreibern gegen die übermächtige Swisscom durchsetzen und sich gemeinsam die Übertragungsrechte an den schweizerischen Eishockeyspielen sichern. Laut Marktbeobachtern werden Rechte an Inhalten denn auch künftig massgeblich sein für den geschäftlichen Erfolg von Kabelnetzbetreibern wie der GGA Maur.

Der Deal mit der «Swiss Ice Hockey Federation» brachte der GGA Maur neue Abonnenten ins Portfolio. Aggressive Angebote der Konkurrentin Swisscom sind allerdings dafür verantworlich, dass auf der anderen Seite Kunden auch wieder abwandern. 

In diesem Umfeld wird sich das neue Kader behaupten dürfen. Und auch eine Antwort auf die geringer werdenden Margen finden müssen. Um im Verdrängungswettbewerb der Branche Marktanteile zu gewinnen, gilt es laut Studien für kleinere Anbieter wie die GGA Maur, einen Preisabstand zu offerieren. 

In diesem Jahr (oder je nach Zeitrechnung im November 2017) konnte die Firma übrigens auch  ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Eine stolzes Alter für die einst kleine Quartiergenossenschaft unserer Gemeinde. 

 

Bildunterschrift:

Im Vorstand der Genossenschaft gibt es grössere personelle Wechsel.               Bild: Christoph Lehmann

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