«Aus einigen Monaten wurden unversehens 18 Jahre»

Seniorenkommission: Abschied eines altgedienten Teams
Von Elsbeth Stucky

Der Seniorennachmittag letzte Woche ist erinnerungswürdig. Nach einem Vortrag über Wildbienen galt es Abschied nehmen von langjährigen Mitgliedern der Seniorenkommission. Eine Ära geht damit zu Ende.

 

Zum letzten Mal stand Giacomo Nett in seiner Funktion als Seniorenpräsident letzte Woche im Loorensaal vor seinem Publikum. Über die gut besetzten Ränge blickend, stellte er fest, dass Maurmer anscheinend zwischen den Zeilen lesen können. «Denn ich habe vergessen, die Einladung für heute Nachmittag an die ‹Maurmer Post› zu senden». Das ist Giacomo Nett: integer, humorvoll und nahbar. Giacomo Nett, der über Jahre mit seinem Team, das Kunststück fertigbrachte, Säle zu füllen, tritt nun ins zweite Glied zurück.

 

Eine Ära geht zu Ende

Im ersten Teil des Seniorennachmittags gab es ein Referat eines Wildbienenexperten (siehe Box S. 3). Und erst dann kamen die Abschiede. Und die Reden. Und allen wurde bewusst: wie unendlich viel Giacomo Nett mit seinem Team geschafft hat, um Jahr für Jahr dem Publikum ein interessantes Programm zu bieten. Deutlich wurde auch, dass viele unbemerkt im Hintergrund mithelfen: Gleich sieben HelferInnen wurden ebenfalls verabschiedet.

Nun tritt also das altgediente Team zurück: Maria Gammal (24 Jahre dabei), Katharina Gasser (16 Jahre), Rita Fassnacht (8 Jahre), und Klaus Umbricht (5 Jahre). Die Leitung übernimmt neu Rolf Fürst mit einer leicht verjüngten Crew.

Es gab Ehren und Dank, Blumen und Geschenke. Es sprach Gemeinderätin Delia Lüthi, Verantwortliche für das Alter, und extra gekommen war auch Gemeindepräsident Roland Humm. Er wisse wohl, dass Giacomo Nett keine «Lobhudelei» wolle. Das auszublenden falle ihm jedoch schwer. «Ich möchte stattdessen ganz herzlich Danke sagen. Bei Giacomo Danke sagen, er, der mich ab und zu gefragt hat: Machsch wiiter? Und auf mein Ja meinte: Dann mache ich auch weiter! Das hat mich sehr gefreut und auch bewegt.»

Spätestens da kam Wehmut auf und steckte alle an und es gab Tränen. Eine Ära geht zu Ende. Offensichtlich sind enge Bande entstanden, Menschen, die miteinander gute Momente erlebt und Schwieriges bewältigt haben. Gemeindepräsident Humm sagt nach der Ansprache zuversichtlich: «Giacomo bleibt uns ja noch als Mitglied der Seniorenkommission erhalten – es geht weiter.» Er meinte vermutlich beides: Freundschaften und die Seniorenkommission.

 

Seniorenpräsident – sicher nicht!

Auch die scheidenden Mitglieder Gasser und Gammal, liessen es sich nicht nehmen, Giacomo ein gutes Zeugnis auszustellen als Chef. Ein Chef, der immer selber anpackte und sich nie hervortat. Applaus gab es viel und immer wieder.

Wieder gefasst, nahm Giacomo Nett als Letzter das Mikrofon zur Hand, wie unzählige Male in all den Jahren seiner Präsidentschaft, und erzählte mit Blick zurück: «Im Jahr 2000 wurde ich pensioniert und bewarb mich auf ein Inserat der Gemeinde; es ging darum, Asylanten zu betreuen. Andere Interessierte brachten aber den richtigen Hintergrund mit. Doch, hiess es, es gebe da eine offene Position... die des Seniorenpräsidenten.» Seine erste Reaktion sei gewesen: Seniorenpräsident – sicher nicht! Er wolle lieber mit jungen Menschen arbeiten. «Zwei Monate später kam die Anfrage, ich möge bitte vorbeikommen, Roland Humm wolle mich sehen. Das Gespräch war so gut, und so willigte ich ein, die verbleibende Zeit einer angefangenen Amtspe­riode als Präsident der Seniorenkommission fertig zu machen. Und aus einigen Monaten wurden unversehens 18 Jahre.»

 

 

 

Bildunterschrift:

Zum letzten Mal in dieser Formation (v.l.n.r.): Gemeindepräsident Roland Humm, Seniorenpräsident Giacomo Nett, ihm zur Seite Gemeinderätin Delia Lüthi; die scheidenden Mitglieder: Katharina Gasser, Rita Fassnacht, Maria Gammal (Klaus Umbricht fehlt). Bild: Elsbeth Stucky

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