Zum Kriegsende vor 100 Jahren

Gedenkfeier am Wehrmännerdenkmal auf der Forch
Von Dörte Welti

 

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg, als am 11.11.1918 der Waffenstillstand zwischen dem damaligen Deutschen Kaiserreich und den Aliierten Frankreich und Grossbritannien unterzeichnet wurde. 200 Zuschauer und Ehrengäste wohnten vergangenen Sonntag der Gedenkfeier am «Wehrmännerdenkmal» auf der Forch bei.

 

Nachdem am besagten 11. November 1918 der Erste Weltkrieg offiziell beendet wurde, kehrten 200 Schweizer Soldaten nicht von ihrem Einsatz zurück. Die, die nach Hause kamen, hatten keine Pause, sie mussten gleich wieder antreten, um im landesweiten Generalstreik vom 13./14. November 1918 in der Schweiz für Ordnung zu sorgen. Niemand dankte den verdienten Soldaten, niemand ausser den Hinterbliebenen selbst nahm sich die Zeit, die toten Kameraden gebührlich zu betrauern.

1920 beschloss die Unteroffiziersgesellschaft Zürich darum, den Gefallenen ein Denkmal zu errichten. Zwei Jahre später wurde das von Architekt Otto Zollinger (†1970) entworfene und gebaute Wehrmännerdenkmal («Forchdenkmal») auf der Forch auf Küsnachter Gemeindeboden eingeweiht.

Nun jährte sich das Kriegsende zum 100. Mal. Am vergangenen Sonntag schien die Sonne, ein wunderbarer warmer Herbsttag, die beste Voraussetzung, um den Gedenktag am Wehrmännerdenkmal auf der Forch würdig zu begehen.

 

200 Gäste anwesend

Zum Anlass erschienen etwa 200 Gäste, die Brass Band Maur sorgte für den guten Ton. Auch Offizielle waren anwesend: so etwa der Gemeindepräsident von Küsnacht, Markus Ernst, der zeitgleich auch das Amt des Präsidenten der Offiziersgesellschaft Rechtes Zürichseeufer bekleidet. Aus­serdem Divisionär Rolf André Siegenthaler, der stellvertretende Chef Kommando Operationen, und Feldprediger Hauptmann Gerold Schmid. Durch den Anlass führte Thomas Amstuz, Präsident des Kantonalen Unteroffiziersverbandes Zürich und Schaffhausen. Amstuz hielt denn auch die Begrüssungsrede und nahm im Anschluss eine Kranzniederlegung gemeinsam mit Tobias Streiff von der Zürcher Miliz Compagnie 1861 vor.

 

Historisches Tenü

Die Ausrichtung der Feierlichkeiten obliegt traditionell dem Unteroffiziersverein (UOV) Uster respektive der «Compagnie 1861». Deren Männer und Frauen erschienen beim Forchdenkmal als Ehrengarde in historischer und in zeitgenössischer Armeekleidung. Während der Zeremonie feuerten sie drei Schiesspulversalven ab – zu Ehren der toten Soldaten des Ersten Weltkriegs, des Zweiten Weltkriegs und auch der Männer, die an der Spanischen Grippe starben, einer Pandemie, die in den Jahren 1918/1919 für weitere 3000 Tote unter den Schweizer Armeeangehörigen sorgte. Gefragt, warum sie sich engagieren, erklärten einige, es sei vor allem gelebte Geschichte, die ihnen den Antrieb gebe. Auch ein Maurmer war übrigens darunter: Michi Fischer, Sicherheitstechniker aus Ebmatingen.

 

Neutralität der Schweiz

Küsnachts Gemeindepräsident Markus Ernst ermahnte in seiner Ansprache, die Opfer nicht zu vergessen und die Armee zu unterstützen, damit an der Neutralität und Sicherheit der Schweiz festgehalten werden könne. Sicherheit, das sei eines der Grundbedürfnisse der Menschen. Es gab im Vorfeld Gerüchte, es könne Demonstrationen von Gruppierungen parallel zum Festereignis am Wehrmännerdenkmal geben. Gab es nicht, es ging friedlich zu und her. Zeit zum Innehalten und über den Wahnsinn eines Kriegs nachzudenken. Und darüber, dass das, was in den Kriegen passiert ist, nie wieder passieren darf.

 

Bildunterschrift:

Das Forchdenkmal war Schauplatz einer Gedenkfeier.              Bilder: Dörte Welti

 

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