Vergangenes in die Gegenwart geholt

Ausstellungseröffnung in der Burg Maur
Von Dörte Welti

 

 

Als Abschluss des Zyklus zum 200. Todesjahr von Landvogt Salomon Landolt zeigt das Museum Burg Maur Werke von künstlerischen Zeitgenossen und Freunden Landolts. Die Vernissage am vergangenen Sonntag geriet zur bunten Zeitreise in Wort, Bild und Ton.

 

«Grauer Himmel liegt nebelschwer über dem sonntäglichen Dorf Maur. Vor Kälte gebeugte Menschen in dicken warmen Gewändern begeben sich auf direktem Wege in den aufgeheizten steinernen Saal am frierend dahingleitenden Bach...» – So oder so ähnlich hätte der blumige Worte liebende Künstler Salomon Landolt vielleicht die Szene beschrieben, die sich am Morgen des 18. November in Maur zutrug: Mit über 100 Gästen strömten ungewöhnlich viele Menschen in den Theatersaal der Mühle Maur, um der letzten Station im Zyklus zum 200. Todesjahr von Salomon Landolt (1741 – 1818) beizuwohnen. Susanna Walder vom Vorstand Museen Maur begrüsste die Zuhörer, anschliessend würdigte Gemeinderat Stephan Oehen die Brücke zwischen gestern und heute und betonte, frei nach Landolt, dass man das, was man mache, richtig gut machen solle.

 

Kultur genüsslich

Bruno Weber führte gewohnt gewandt in die Ausstellung ein. Als Novität zeigt das Museum Maur bis Ende Mai 2019 zehn Reproduktionen von Werken Landolt’scher Malerfreunde, die sich im Kunsthaus in Zürich befinden. Im Salomon Kabinett in der Burg Maur, das schon seit einigen Jahren bedeutende Landschaftsbilder von Landolt und beispielsweise Salomon Gessner zeigt, hängen jetzt unter anderem auch Arbeiten von Johann Heinrich Lips, Ludwig Hess und Johann Martin Usteri, die alle von Landolt lernten und beeinflusst wurden.

 

Spezieller Charakter

Wie speziell der Charakter des Lebemanns Landolt war, verkörperte an der Vernissage mit viel Einsatz der Schauspieler Peter Goetsch, der Anekdoten aus des Landvogts Leben ihn quasi selbst erzählen liess. Und Schauspielerin Gerda Zangger las aus der von David Hess verfassten Biografie Landolts.

Das vortreffliche Programm des Tages wurde abgerundet durch Thomas Fehr, der auf einer Holzflöte aus der Zeit (1770) «Freut euch des Lebens» von Johann Martin Usteri und Werke von Zeitgenosse Mozart spielte, und Daniel Som, der die Maultrommel präsentierte – ein Instrument, das Landolt selbst gespielt und das ihn beim Malen inspiriert hat. Ganz toll auch die Idee, Kinder speziell einzubinden: Im Theatersaal vergegenwärtigten die Geschichtenerzählerinnen von Greifensee die Kindheit Salomon Landolts multimedial und mit Spielzeugen aus der Zeit um 1750.

 

Bildunterschrift: 

 

 Mehr als 100 Personen waren gekommen.             Bilder: Dörte Welti

 


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