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«Eiskunstlauf beginnt im Kopf»

Seraina Manni aus Ebmatingen tanzt gekonnt auf Kufen

Von Stephanie Kamm

 

Sie steht auf dem Eis, seit sie vier Jahre alt ist – hartes Training macht ihr nichts aus. Die Ebmatingerin Seraina Manni (14) ist heute eine erfolgreiche Eiskunstläuferin.

 

Mit einer Leichtigkeit über das Eis zu schweben, elegante Pirouetten zu drehen und gekonnt in die Luft zu springen – was so einfach und verspielt aussieht, erfordert eisernes Training und einen starken Durchhaltewillen.

Seraina Manni hat ihn: Sie ist 14 Jahre alt. Seit 10 Jahren steht sie fast jede freie Minute auf dem Eis. «Mein grosses Vorbild ist die Kanadierin Gabrielle Daleman! Wie sie springt und fährt – genauso möchte ich es auch können! Ihr zuzuschauen ist wundervoll», schwärmt Seraina.

 

Immer unter den Besten

Die 14-Jährige kann aber bereits jetzt stolz auf sich sein, so hat sie doch vor Kurzem an der  Schweizer Meisterschaft den 8. Platz bei den U14 erreicht. «Die Konkurrenz war gross, denn in meiner Altersklasse laufen viele gute Läuferinnen mit. Es war ein mega schönes Gefühl, es so weit nach vorne geschafft zu haben.» In den letzten zwei Jahren war sie immer unter den Top-10-Plätzen – bei sämtlichen Wettkämpfen.

«Ein Wettkampf besteht jeweils aus einem individuellen Kurzprogramm, das eine gewisse Anzahl Sprünge und Pirouetten beinhalten muss. Der zweite Teil ist die Kür. Die Choreographie und passende Musik stellen meine Trainerin und ich jeweils zusammen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn ich sollte ja zur Musik richtig gut fahren können – meine Trainerin weiss da aber immer Rat.» An der  Schweizer Meisterschaft lief sie zur Filmmusik aus «Maleficent – die dunkle Fee» – Filmmusik eigne sich oft recht gut, ergänzt Seraina.

Und ja, natürlich trägt die «Eisprinzessin» bei ihren Auftritten auch glänzende Kleider. «Meine schönen Kostüme – ich trage immer Röckchen, gerne auch mit etwas Glitzer – werden speziell für mich angefertigt, meistens kommen sie aus England. Der Schneiderin geben wir Thema und Musik an und sie macht dann passende Vorschläge.»

Ihre langen Haare trägt Seraina stets zu einem Chignon gekämmt – Frisur und Schminke macht sie aber immer selber.

 

Wichtig: Durchhaltevermögen

«Eiskunstlauf beginnt für mich im Kopf – der Wille etwas zu erreichen und immer dran zu bleiben, ist zentral.» Hinzu kommen Anforderungen an das Gleichgewichtsgefühl, die Beweglichkeit, Kraft, Technik, Haltung und Disziplin. Vor ein paar Jahren sei sie zur Unterstützung noch ins Ballett gegangen, erzählt Seraina. Ja, bestätigt sie, Parallelen zum Eiskunstlauf bestünden schon, aber vor allem sei es die Haltung, die beide Sportarten gemeinsam haben.

 

Training auch im Sommer

Trainiert wird im Winter, aber auch im Sommer – dann jeweils in einer Sommer-Halle in Bäretswil. Während dieser Zeit sei das Training allerdings auf etwa vier Mal pro Woche begrenzt. «Wenn meine Kollegen in die Badi wollen, gehe ich meistens viel lieber in die Eishalle.»

Im Moment besucht Seraina die 2. Sek in der Schule Looren. Da sie auf eine richtig gute Unterstützung seitens der Schule zählen könne, klappe es mit Dispensen von Nebenfächern recht problemlos. «Sicher schaue ich, dass ich nicht in Mathe fehle, sondern eher im Zeichnen.» Nun steht aber auch die Lehrstellensuche vor der Türe: «Ich suche einen Lehrbetrieb, der mich bei meinem Sport voll unterstützt – Hochbauzeichnerin oder das KV im Hotel würden mich sehr interessieren.»

Auf ihre sportlerischen Fernziele angesprochen meint sie: «Ich würde sehr gerne auch mal bei der Olympiade mitlaufen – dies ist vermutlich das Ziel von jedem Eiskunstläufer.» Wenn sie die Wettkämpfe ansehe, sei sie immer wieder aufs Neue überrascht, wie viele Drehungen die Spitzensportlerinnen machen können, wie weit diese es mit Ausdauer und Training gebracht haben. Und sehr spannend sei es für sie auch zu beobachten, meint die 14-Jährige, wie die Teilnehmer jeweils mit dem grossen Druck umgehen.

 

 

 Bildunterschrift:


Seraina Manni gehört zu den besten ihrer Altersklasse.   Bild: zVg/Max Keyen

 

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