Emissionsfreie Energie von oben

Energetische Sanierung der katholischen Kirsche St. Franziskus in Ebmatingen
Von Christoph Lehmann

 

Bei einem Festgottesdienst ist Ende März die Kirche St. Franziskus in Ebmatingen im Beisein von Architekten, Planern und Ingenieuren festlich eingeweiht worden. Die katholische Kirchgemeinde ist nämlich mit der Sanierung dem Pfad der Tugend und den Zeichen der Zeit gefolgt: Sie hat für das Gebäude ein neuartiges Energiekonzept realisiert; eines völlig ohne schädliche Emissionen. Gleichzeitig wurde die anstehende Sanierung der Gebäudeisolation vorgenommen.

 

Die Kirche in Ebmatingen ist in die Jahre gekommen und hat vor allem bezüglich der energetischen Vorschriften für ein öffentliches Gebäude den Zenit längst überschritten. In einem mutigen Schritt hat die Kirchgemeinde vor ein paar Jahren beschlossen, ganz neue Wege zu gehen und nicht nur zeitgemässe Isolationen an Fenster und Türen zu planen, sondern das gesamte Energiekonzept grundlegend zu hinterfragen. Zusammen mit einem Start-up-Unternehmen der ETH Zürich wurde eine völlig umweltfreundliche Lösung realisiert.

Ziel war es, die jährlich 7000 Liter Heizöl (ca. 20 Tonnen CO2-Ausstoss) durch jährlich 80000 kWh Strom zu ersetzen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sind zahlreiche wärmedämmende Isoliermassnahmen an Dach, Fenstern und Türen verwirklicht worden. In einem zweiten Schritt ist eine revolutionäre PVT-Anlage (Photovoltaik-Thermie-Anlage) zusammen mit der ETH installiert worden. Diese erzeugt auf dem weit ausladenden Dach der Kirche Strom, welchen sie zu Spitzenzeiten im Sommer als überschüssige Energie in die speichernden Erdwärmesonden unter der Kirche abliefert und die von dort wieder in den sonnenarmen Wintermonaten bezogen werden kann. So bezieht die Kirche St. Franziskus den gesamten jährlichen Energiebedarf von der Sonne – die so erzeugte Stromproduktion entspricht in etwa dem Bedarf von 25 Durchschnittshaushalten.

Andreas Bolkart, der Koordinator für das Kirchenzentrum, ist begeistert: «Im Rahmen dieser Sanierungsmassnahmen, mit denen unsere Kirche in neuem Glanz erstrahlt, haben wir auch gleich das Beleuchtungskonzept überarbeitet.» Das so neu entstehende weiche, blendfreie Licht passt sich durch die Programmierung automatisch den Verhältnissen bei Tag oder Nacht an. Die ergänzende indirekte Beleuchtung taucht den Raum in ein weiches, angenehmes Licht und lädt speziell bei eintretender Abenddämmerung zum Verweilen ein. Die Aussenbeleuchtung wurde so gestaltet, dass sie den Kirchenraum visuell nach aussen erweitert. Mit der Realisierung wurde der Energieverbrauch um 85 Prozent reduziert. «Die Kirche ist jetzt viel einladender. Uns besuchen auch vermehrt Leute, welche nach der Arbeit auf dem Nachhauseweg einfach ein paar Minuten der Stille haben möchten. Dies entspricht einem echten Bedürfnis der heutigen Zeit», so Bolkart weiter. Die Kirche sei jeden Tag bis 20.00 Uhr für alle offen, fügt Bolkart an.

 

 


 Bildunterschrift:

Ein neues Lichtkonzept bringt mehr Licht und Wärme in die Kirche St.Franziskus.          Bild: zVg

 


 

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