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30 Jahre unter Strom

Die Felix Unholz AG in Ebmatingen feiert Jubiläum
Von Dörte Welti

1989 startete der Elektrofachmann Felix Unholz als Einmannbetrieb in die Selbständigkeit. Heute hat der Betrieb neun Mitarbeiter plus derzeit drei Lehrlinge und liegt in den kundigen Händen der nächsten Generation.

 

Mit dem Leiterwagen und einer Bohrmaschine sei er damals gestartet, witzelt Felix Unholz (65) heute. In Wirklichkeit hatte er schon einen Transporter. Er kam aus Egg, hatte beim EKZ gearbeitet, war Chef der Filiale, aber eben nicht selbständig. Sein eigener Herr sein aber war immer das Ziel von Felix Unholz.

Mit Flyern machte er auf sich aufmerksam, pries sein Können an und vor allem seinen guten Preis, 65 Franken für die Stunde. Mit dem einzigen Konkurrenten am Ort damals, Elektro Sutter, konnte er es gut, man war zusammen in der Feuerwehr und respektierte sich auch sonst. Das Business lief schnell an. Anfangs mietete er mit seiner Frau das Haus an der Zürichstrasse, vier Jahre später konnte er die Liegenschaft kaufen. Und als der noch darin residierende Blumenladen auf die andere Strassenseite zog, gab es auch Platz für ein Ladengeschäft, das Frau Unholz betreute. Die Firma wuchs organisch, ab 1995 nahm sie Lehrlinge auf.

Bereits 1989 hatte die Firma einen ersten PC. Heute sitzt Felix Unholz mit den neuen Mehrheitseignern der Firma, Eva und Vinc Sturzenegger – die Firma ist seit 2002 eine Aktiengesellschaft – an einem Holztisch mit Touchpad, über das man auf der Tischoberfläche Rolläden, Licht, Musik und vieles mehr im Raum steuern kann. Welten liegen zwischen den technischen Gadgets von damals und heute! Was hat sich noch verändert? «Früher reichte es, wenn man Strippen ziehen konnte», erinnert sich Felix Unholz. «Heute müssen wir Protokolle führen, Mess- und Steuergeräte einsetzen, der Arbeitsablauf ist viel komplexer. Und unsere Tätigkeit reicht auch in die Bereiche IT oder Heizungsinstallation hinein», erklärt Vinc Sturzenegger. Er ist ein «Eigengewächs», hat bei Felix Unholz seine Zweitlehre gemacht und 2013 zusammen mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau Eva die Aktienmehrheit gekauft. Manche Mitarbeiter, die im Lauf der Zeit dazustiessen, sind bis heute im Team, wie etwa Gebhard Kuhn, seit 25 Jahren an Bord.

 

Defekte Toaster und Staubsauger werden repariert

«Man hat auch anders kommuniziert», führt Felix Unholz weiter aus, es habe Pager gegeben, mit denen man Monteure in dringenden Fällen schnell von A nach B dirigieren konnte.

«Kommunikation ohne E-Mail und SMS kann ich mir gar nicht mehr vorstellen», wirft Eva Sturzenegger ein. Die zweifache Mutter und studierte Soziologin betreut das Büro und hat sich in die Materie mit vielen Weiterbildungen eingearbeitet. Natürlich gibt es Grossprojekte, aber 30 Jahre gleich geblieben ist, dass die Kunden mit defekten Toastern und Staubsaugern kommen können. Wenn etwas repariert werden kann, wird es gemacht. «Die Kunden sind nicht anspruchsvoller als früher», sagt Felix Unholz, der immer noch mit einem 20-Prozent-Pensum den neuen Chefs zur Verfügung steht. «Das ist Gold wert», freuen sich Sturzeneggers, denn es gebe genug Kunden, die seit 30 Jahren Service bei Unholz beziehen. Da sei es unbezahlbar, wenn jemand noch wisse, was wann wo installiert wurde.

Die grösste Veränderung im Lauf der Jahre? Aus einem sind neun ­Mitarbeiter plus derzeit drei Lehrlinge geworden. Die Firma glaubt an die Energiewende, die Nachfrage nach Batterieladestationen für E-Mobilität und Photovoltaikanlagen steigt. Das Spannendste ist aber der gute Rat, den der «alte» den neuen Chefs auf den ­weiteren Weg mitgibt: «Schaut, dass eure Work-Life-Balance immer stimmt!»

 

 

 

 

Felix Unholz (ganz rechts im Bild) zusammen mit den neuen Mehrheitseigentümern Vinc und Eva Sturzenegger.                                    Bild: Dörte Welti

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