Die Landi Maur plant eine Überbauung mit neuem Laden

106. Generalversammlung der Landi Maur
Von Christoph Lehmann

 

 

Letzte Woche kamen rund 70 Genossenschafter im Restraurant Dörfli zur Generalversammlung der Landi zusammen. Normalerweise geht dies in kurzer Zeit über die Bühne. Diesmal dauerte es etwas länger: Die geplante Überbauung der Landi und ihr Heizsystem gaben zu reden.

 

Die wirklich fetten Jahre der Landi Maur mit über 10 Mio. Franken Umsatz sind zwar Tempi passati, doch auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 konnte die Genossenschaft konstant gute Zahlen im Mehrjahres-Vergleich abliefern und den Trend bestätigen, dass das Einkaufen im Dorf nach wie vor beliebt ist – nicht nur bei Landwirten, wie Präsident Thomas Frauenfelder in seinem Jahresbericht feststellte.

Der Umsatz hat gegenüber dem Vorjahr nur leicht abgenommen und der Jahresgewinn von knapp 120000 Franken liegt auf der Höhe der Vorjahre.

 

Neues Grundstück

Beim Studium der Bilanz fiel auf, dass hier eine Ausdehnung um etwas über 5 Mio. Franken zum Vorjahr stattgefunden hat. Frauenfelder bestätigte an der Versammlung, dass es sich hierbei um den Landerwerb «Buchenhof» eingangs Maur handle. Die Landi hatte bereits für insgesamt 12 Mio. Franken Liegenschaften in Maur, Ebmatingen, Aesch und Fällanden in ihren Büchern. Das neu erworbene Grundstück will die Genossenschaft nun überbauen. Geplant ist ein moderner 800-m2-Landishop mit acht darüberliegenden Wohnungen. Zusätzlich, in der zweiten Baulinie des Grundstücks «Buchenhof», sind weitere Wohnungen von privaten Investoren geplant.

Thomas Frauenfelder an der GV: «Der bestehende Standort des Landi-Ladengeschäfts in Maur ist zunehmend eine Herausforderung. Es fehlen Parkplätze, Lagerplatz und auch feuerpolizeilich ist das Lokal nicht auf der Höhe der Zeit.» Die Kunden des Ladens kennen die dort zeitweise ­etwas chaotischen Zustände, beispielsweise wenn grosse Anlieferungen mit Lastwagen kommen.

Das Bauprojekt ist eingereicht und Thomas Frauenfelder rechnet damit, dass der private Gestaltungsplan, der für dieses Grundstück eine Vorgabe ist, schon an der Dezember-Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden kann. «Wir sind gut im Plan», sagte Frauenfelder gegenüber der «Maurmer Post». Das Bauprojekt war an der ansonsten sehr reibungslosen Generalversammlung zuletzt traktandiert und gab zu reden.

 

Interessenkonflikt

Eine «IG Holzschnitzel-Heizung» hat nämlich mit einer Unterschriften-Petition von der Versammlung gefordert, dass in den neuen Landi-Gebäuden dereinst eine Holzschnitzelheizung Dienste verrichten soll und nicht die geplante Erdsonden-Wärmepumpe. Der IG haben sich vor allem Mitglieder der privaten Holzkorporation angeschlossen, welche dann ja auch Holzschnitzel-Lieferanten wären. Dies gab zu reden, weil damit ein Interessenkonflikt «Rentabilität vs. Unterstützung der heimischen Holzproduzenten» abgewogen werden musste.

Namens des Genossenschaftsvorstandes gab Thomas Frauenfelder deshalb auch «Stimmfreigabe» bekannt. Verschiedene Votanten wiesen darauf hin, dass eine Holzschnitzelheizung, gegenüber der Wärmepumpe, als kapriziös und aufwendig im Unterhalt gelte. Andere Votanten stellten dafür fest, dass die lokale Holzproduktion unterstützt werden müsse. Wenn immer zum Kauf im Dorf in der Landi aufgefordert würde, müsste dies auch umgekehrt für den Einkauf gelten. Nach längerem Abwägen der beiden Heizsysteme entschied die Versammlung sich schliesslich knapp mit 38 gegen 34 Stimmen für die Erdsonden-Wärmepumpe. Auch anwesende Investoren der übrigen auf dem Grundstück geplanten Wohnungen gaben diesem System den Vorzug.      Text: Christoph Lehmann

 

 Bildunterschrift

Die heutige Landi-Liegenschaft im Dorfzentrum von Maur ist in die Jahre gekommen, die Platzverhältnisse sind beengt.       Bild: Annette Schär


Meldung druckenText versendenFenster schliessen