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«Die Arbeit mit Kindern erfüllt mich mit grosser Freude»

Alma Meier aus Zollikerberg unterstützt als Seniorin die Schule Maur
Von Christoph Lehmann

 

 

Es wird viel von Freiwilligenarbeit für die Gesellschaft gesprochen. Eine, die sich nach dem Tod ihres Ehegatten für ein solches Engagement entschieden hat, ist die 73-jährige Alma Meier aus Zollikerberg. Der «Maurmer Post» berichtete sie von ihrer Erfahrung als Senioren-Unterstützung im Kindergarten Aesch.

 

Alma Meier strahlt sichtlich Lebensfreude aus. Sie hat einen grossen Freundes- und Bekanntenkreis und pflegt regen sozialen Austausch. Ihr Alter ist ihr nicht ins Gesicht geschrieben; sie verfügt über eine Vitalität, die auch manch jüngere Person bereits nicht mehr hat. Und doch fehlte ihr offenbar etwas, das sie dann dazu bewog, sich als Seniorin zu engagieren. «Ich wollte mich einfach mit meiner Energie für die Gemeinschaft einbringen und nützlich machen», erklärt sie.

Nach einem reichen Leben an verschiedenen Stellen im Bereich Finanzen und nach vielen Reisen war für sie, nach dem Tod ihres Ehegatten, der Zeitpunkt gekommen. Auf Zuraten einer Bekannten hin meldete sie sich Anfang Januar 2019 bei der Schule Maur. Seither hilft sie als Unterstützung an zwei halben Tagen in der Woche in den Aeschmer Kindergärten von Céline Zwahlen und Cordelia Di Benedetto. «Ich wusste von Anfang an: Wenn ich diesen Schritt in Richtung unbezahlte und gemeinnützige Arbeit mache, möchte ich nicht unbedingt in ein Alters-, Wohn- und Pflegeheim, wo ich dann nur herumsitze und eventuell vorlese. Sondern zu Kindern, die auch mir noch etwas beibringen können», erzählt sie.

 

Anders als früher

Sie, die selber bewusst kinderlos geblieben ist, bereut diesen Schritt zu keiner Sekunde und schwärmt davon, wie beglückend die Arbeit mit den Kleinen sei. «Die Arbeit mit Kindern erfüllt mich mit grosser Freude!» Sie erwähnt zwar, dass sich im Vergleich zu ihrer Schulzeit sehr viel verändert habe: «Die Schule ist sehr elternlastig geworden und Kinder erlauben sich viel mehr.» Sie spricht auch von «Rundumservice der Eltern für ihre Kinder» und davon, dass es eine Verlagerung der Arbeit der Lehrkräfte gegeben habe vom Kind zu den Eltern, welche sehr anspruchsvoll sei – sie beneide die Pädagogen für diese Arbeit nicht.

Meier erinnert sich an früher, wo die Lehrkräfte Respektsperson gewesen seien, die Eltern sich wenig einmischten und daran, wie ihr selbst auch hin und wieder eine sanfte Klatsche verpasst wurde – ohne dass sie psychische Schäden davongetragen habe. «Heute ist alles anders, ohne indessen jetzt einfach per se schlechter zu sein», mildert sie ab und lächelt.

 

Unterstützung der Lehrperson

Ihre Arbeit im Kindergarten ist wertvoll, weil die Lehrkraft und die Kinder von ihrer reichen Lebenserfahrung profitieren können und Alma Meier umgekehrt auch mit neuen Problemen und spannenden Sachverhalten konfrontiert wird. Ihre Freiwilligenarbeit dient als Unterstützung der Lehrperson. Mit 22 Kindern am Dienstagmorgen ist der Aeschmer Kindergarten sehr gut belegt und Kinder aus unterschiedlichen Kulturen, teilweise ohne Deutschkenntnisse erfordern besondere Aufmerksamkeit.

Alma Meier erzählt von einem eritreischen Mädchen und einem syrischen Buben. Hier unterstützt sie den Kindergarten auch, damit die Kindern die extern vermittelten Deutschkenntnisse in Gesprächen anwenden können. Mit viel Geduld auf die Kleinen einzugehen, sei wichtig, weil somit der weitere Kindergartenbetrieb für die anderen Kinder, welche auch Anspruch auf Förderung haben und gut Deutsch sprechen, nicht allzu stark eingeschränkt werde. «Natürlich», wendet sie ein, «sehe ich es auch kritisch, dass unsere Gesellschaft und unsere Schulen hier immer mehr leisten müssen und an die Grenzen des Möglichen kommen. Aber schlussendlich sind es Kinder, und die haben es verdient, dass man mit ihnen arbeitet.»

Alma Meier liebt ihre Arbeit und freut sich jeweils schonam Wochenende darauf, die Kinder wiederzusehen. Sie kann allen Senioren, dieZeit, Lust und die Energie haben, eine solche Arbeit zur Unterstützung derSchule nur wärmstens empfehlen.

 

Bildunterschrift:

Freut sich am Wochenende jeweils schon auf die Kindergartenkinder: Seniorin Alma Meier.   Bild: Christoph Lehmann

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