D'Chilbi - s Herz vo Muur

Chilbi 2019: Grosser Publikumsaufmarsch, ein Erfolg
von Christoph Lehmann

 

Die diesjährige Chilbi darf als Erfolg gewertet werden: viel Publikum, keine ernsten Zwischenfälle und auch das Wetter spielte mit. Die Kulinarik hat allerdings noch Potenzial.

 

Etwas war anders an der Chilbi in diesem Jahr. Hörbar anders. Alphorntöne schwangen in die Maurmer Luft. Der Soundtrack zur diesjährigen Chilbi. Haben nun die Älpler Einzug in unsere Vorortsgemeinde gehalten? Fand ein Schwingerfest statt? Nein, hinter den Klängen standen die «Muurmer Daddies». Sie luden zu einem Wettbewerb («Wer kann am lautesten und längsten?») und sammelten so Geld für die Maurmer Skilager.

 

Spirit of Muur

Das ist genau jener Spirit, der die Maurmer Chilbi auszeichnet. Die Vereine und Teile der Bevölkerung präsentierten sich und machen auf Anliegen Aufmerksam, die solidarisch von anderen mitgetragen werden. Im Gegensatz zu anderen Chilbis im Kanton hat sich in Maur Ursprüngliches mit Trendigem sehr gut vermischt. Es war wieder schön anzusehen und mitzuerleben, wie beispielsweise ein irgendwie aus der Zeit gefallener «Empfang von Maurmer Jungschützen» auf der Hauptbühne stattfand, untermalt mit Fahnenträgern und begleitet von Tönen der Brass Band Maur. Gleich nebenan dann der Stand des Vereins Satheen, wo Flüchtlinge aus dem Nahen Osten Essen aus der Region anboten – in Realität umsetzte Integration.

Oder zu sehen, wie der bekannte alte Schausteller-Mann für zwei Stutz mit alten Karussell-Pferdchen Kinderherzen höherschlagen liess. Es gab Budenzauber und Stände, wo mit Luftgewehren tatsächlich noch auf Luftballons geschossen werden konnte. Als Preise lockten Teddybären. Überhaupt die Kinder – die hatten ein riesen Gaudi am wieder ins Angebot aufgenommenen Kinder-Flohmarkt.

 

Neue Akzente beim Essen

Stichwort Essen: Da und dort konnte man vernehmen, dass das Angebot für ein «Streetfood-Festival»-verwöhntes Publikum doch etwas ungenügend sei. Es fehlen neue Akzente; man möchte ja nicht immer nur Wurst, Frites, Raclette oder die erwähnten neuen Häppchen aus Nahost. Die Auswahl muss grösser werden. So war der Konzeptwechsel des Frauenvereins (siehe dazu auch das Interview auf S.3), sein Verzicht auf Sandwiches und Salat zugunsten von schmackhaften und gesunden Smoothies, ein Versuch in die richtige Richtung.

Was beim Essensangebot noch fehlte, hat sich im Angebot der Marktstände besser entwickelt – es ist von einer erfreulichen Vielfalt zu berichten. Die austauschbaren Chilbiangebote an unnützen Dingen, die meistens noch in der Plastikverpackung ihrer Herstellungszeit der 80er-Jahre stecken, sind in der Minderzahl. Hochwertige Ware von lokalen Anbietern, die man ja auch noch persönlich kennt, in der Überzahl. Gut so.

Die Maurmer Chilbi als soziales Grossereignis unserer Gemeinde hatte einen guten Jahrgang und wenig – wenn überhaupt – lief schief. Das grosse Publikum, darunter auch wieder viele Heimwehmaurmer, nutzte die Gelegenheit für einen Schwatz, gegenseitig brachte man sich auf den neusten Wissenstand.

 

 

Bilder und Interview siehe Seiten 2 und 3

 

 Bildunterschrift:

 

Mit einem Schuss Nostalgie – Bude an der Maurmer Chilbi, wo man sein Glück versuchen konnte.     Bild: Christoph Lehmann

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